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Gerade haben Adam und Barbara Maitland noch ihr Haus renoviert, da befördert sie ein Autounfall aus dem Leben. Doch können sie als unsichtbare Geister das Haus nicht verlassen und so müssen sie mitansehen, wie eine neue Familie einzieht, mit der die Maitlands so gar nichts anfangen können. Es scheitern die Versuche, die neuen Bewohner zu vertreiben und so wendet sich das Paar an einen Bio-Exorzisten namens Betelgeuse. Eine Entscheidung, die sie alsbald bereuen.

Denn diese (phonetisch) titelgebende Figur ist ein ziemlich ungehobelter und unberechenbarer Geselle. Und als dieser darf sich Michael Keaton mal austoben und ist daher in dieser von Tim Burton inszenierten Fantasykomödie auch das Highlight. Dabei hat der Kerl auf die Filmlänge gesehen relativ wenige Auftritte, was einerseits natürlich schade ist, sein Erscheinen aber dadurch auch umso wirkungsvoller macht. Und so reißt er seine Zoten, grabbelt Barbara an und ist sich letztlich immer selbst der Nächste. Keaton hat sichtlich Spaß daran, diesen Chaoten zu spielen.
Anders wirken da die Maitlands, Geena Davis und Alec Baldwin sind sympathisch, aber eben auch etwas bieder. Oder normal, je nachdem. Wie so oft sind es eher die Lebenden, die nerven. Jeffrey Jones und Catherine O'Hara als neu-einziehendes Yuppie-Paar mit Hang zur Selbstdarstellung machen Laune, hier mal exzentrisch, da mal kalkulierend. Der typische Burton-Gruftie darf da nicht fehlen, Winona Ryder als schwarzgekleidete Schülerin Lydia ist allerdings ab und an mit ihrem affektierten Gehabe etwas drüber, der Rest ist mit Glenn Shadix oder Robert Goulet nette Staffage.

Die Effekte sind ambivalent, gerade die Szenen mit dem Sandwürmern sehen doch arg hässlich im Compositing aus. Auf der anderen Seite nutzt man in diversen Sequenzen Stop-Motion, was ebenso altmodisch wie charmant wirkt und sich in dem vorliegenden Szenario nicht fremd anfühlt.
Burtons Hauskomponist Danny Elfman liefert den Score und ein paar Melodien sorgen für Wiedererkennungswert, ansonsten ist diese Arbeit von ihm im positiven Sinne untermalend. Das von Harry Belafonte interpretierte „Day-O“ bietet darüber hinaus eine kultige Sequenz am Esstisch. Positiv fällt das Produktionsdesign auf, insbesondere im Jenseits. Hier gibt es jedes Mal was zu sehen, es ist durch die Bank phantasievoll mit seinen Designs, Figuren und manch makaberem Scherz, der sich auch mal nur im Hintergrund in diese Umgebung integriert.

Die Geschichte selber ist zwar ob ihres Rahmens mit Phantastik garniert, aber „Beetlejuice“ lebt mehr von den einzelnen Ideen, welche die Laufzeit auffüllen denn von einer grandiosen Erzählweise. Keatons Auftritte sind exzellent, das Drumherum mit der Burton'schen Schrägheit ausreichend angereichert und mit seiner knackigen Laufzeit kommt keine Langeweile auf. Lohnt sich immer wieder.

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