Kaum zu glauben, dass diese bizarre aber doch harmlose Geisterkomödie einer der erfolgreichsten Filme von 1988 war: Das Protagonistenpärchen ist von Anfang an tot, was die Identifikation etwas erschwert, alle anderen Figuren sind im Grunde reichlich unsympathisch, der Titelcharakter zudem noch aufdringlich, einzig Winona Ryders Charakter kommt gut weg, ist allerdings auch massiv als Karikatur angelegt.
So richtig witzig ist BEETLEJUICE eigentlich trotz Michael Keatons deadpan Stand-up nicht, erst bei der berühmten „Day-O“-Tanzszene kommt Stimmung auf und es lässt sich nicht sagen, ob die Tricks bewusst so simpel ausfielen oder aus Budgetgründen.
Das mag aber auch alles dem zeitlichen Abstand von 36 Jahren geschuldet sein. Schließlich hat der Film deutliche Spuren in FIlmgeschichte und Popkultur hinterlassen. So wurde die surreale Bürokratie des Jenseits zahlreich kopiert und Catherine O‘Hara scheint hier bereits ihre Erfolgsrolle aus „Schitt‘s Creek“ angelegt zu haben.
Darüber hinaus markiert der Film den Auftritt Tim Burtons auf der Bildfläche Hollywoods, der hier bereits aus dem Vollen schöpft – der Film ist Burton pur und bildet zusammen mit dem darauffolgenden EDWARD SCISSORHANDS die Essenz seiner Vision, die er danach noch variieren und verfeinern sollte.
So ist BEETLEJUICE bestimmt nicht Burtons bester, aber ein in vielerlei Hinsicht merkwürdiger Film.