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Wer kennt es nicht? Das weltberühmte Brettspiel "Cluedo"! Ein Mord ist geschehen und die Frage "Wer es wo mit was erledigt hat", beschäftigte schon viele Millionen Spielfreunde, auf der ganzen Welt. Darunter auch Produzentin Debra Hill ("Halloween"), die sich, zusammen mit Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Lynn, daraufhin an die schwierige Arbeit machte, dieses geniale Spiel, auf die Leinwand zu bringen. Herausgekommen ist dabei eine wirklich wunderbar komische Mörderjagd, die ihren größten Reiz im Ende hat.

Aber fangen wir vorne an. Die Story zu "Clue" hält sich schön eng an die Spielvorlage. Sprich eine illustre Gesellschaft trifft zu einer merkwürdigen Dinner-Pary, in einem alten Haus, ein. Kurz darauf ereignet sich, in völliger Dunkelheit, ein Mord und die große Frage "Welche der Figuren hat es, in welchem Raum, mit welchem Gegenstand, getan" stellt sich nicht nur bei den Personen im Stück, sondern auch bei jedem einzelnen Zuschauer. Hinzugesponnen wurde zudem eine nette Rahmengeschichte, die das Ganze spürbar gut zusammenhält. Zwar sind Logikbrüche hier ab und an nicht ganz so gut überschminkt worden, doch wirklich schlimm ist das unterm Strich auch nicht. Man kann zufrieden sein.

Mehr als nur zufrieden ist der Zuschauer aber, auf alle Fälle, mit der detailverliebten Umsetzung des Spiels. Alle Figuren, alle Mordwaffen und alle Räume wurden 1:1 übernommen und auch an die Geheimgänge wurde gedacht. Zudem sind auch die Räume selbst ziemlich genauso ausgestattet, wie sie einem vom Brett her in Erinnerung sind. Und auch die Handlung läuft, zumindest in einem Teil des Films, genauso ab, wie im Spiel. Jeder Raum wird untersucht, jeder Charakter genau durchleuchtet, bevor die Verdächtigungen ausgesprochen werden können. Kurzum, in Sachen Umsetzung vom Spiel zum Film, wurde wirklich aller beste Arbeitet geeignet.

Der wirkliche Clou steckt hier allerdings im Ende. Wie man im Laufe des Films nämlich feststellen wird, wurde auf ein größeres Spurenlegen dann doch eher verzichtet. Zwar gibt es ein hieb- und stichfestes Tatmotiv, dafür haben die Drehbuchschreiber gesorgt, doch auch wenn man sich noch so sehr anstrengen möchte, wirklich auf den eigentlichen Mörder kann man, beim besten Willen, einfach nicht kommen. Und das liegt einfach daran, dass es bei jedem Ansehen des Films, ein anderer sein kann. Insgesamt wurden nämlich drei alternative Enden gedreht, bei denen jedes Mal eine anderere Figur, hinter dem mörderischen Komplott steckt. Zu seiner Kinoaufführung im Jahre 1985, wurden jeweils drei unterschiedliche Master an die Kinos geschickt und wenn man sich den Film z. Bsp. in der Nachmittagsvorstellung angesehen hat, konnte es bei der Abendvorstellung schon wieder ein ganz anderer Mörder sein. Der Reiz des öfteren Sehens, starb hier also nicht so schnell aus. Da technisch nicht anders möglich, hatte man sich bei der Videoveröffentlichung dann dazu entschieden, zum Schluss gleich alle drei Enden zu zeigen, was aber natürlich nicht im Sinne des Regisseurs (und der meisten Zuschauer) war. Gegenwärtig, im DVD-Zeitalter, beschert einem die Technik aber wieder die Möglichkeit den Zufallsgenerator entscheiden zu lassen, welches Ende gezeigt wird, und somit ist der Reiz, zum immer wieder sehen, dann doch wieder geweckt. Aus filmischer Sicht, ist diese wunderbare Idee jedenfalls mehr als lobenswert und auf weitem Flur ziemlich einzigartig.

Aber nicht nur das kriminalistische Versteckspiel macht hier seinen Reiz aus, auch der komödiantische Aspekt kommt nicht zu kurz. Selten gab es, bei einem Krimi, wirklich so viel zu kichern wie hier. Alle Figuren machen sich hier, auf die, teilweise, wirklich urkomischste Art und Weise verdächtig, dass es nur so eine Freude ist. Zwar wird es ab und an auch mal etwas klamaukig, vor allem als der Butler beginnt die Lösung aufzutischen, wird es mitunter etwas zu chaotisch und albern, aber meist kann man doch aus vollem Halse lachen.

Wofür natürlich auch den Darstellern noch einmal ein Lob gebührt. Egal ob man nun Tim Curry nimmt, den großen Christopher Lloyd, Madeline Kahn oder einen der anderen großen Namen. Allesamt spielen sie ihre Rollen mehr als originell und haben eine sichtbare Freude daran. Man spürt förmlich, wie viel Spaß es allen doch gemacht haben muss, hier dran mitarbeiten zu dürfen. Wirklich ein wunderbarer, sympathischer Cast, der zudem zu "Cluedo" eigentlich auch ideal passt! Bravo!

Fazit: Detailverliebte, clevere und mitunter saukomische Filmumsetzung, eines der besten Brettspiele aller Zeiten. Ein gut konstruierte Story, herrlich schräge Figuren, ein Brüller nach dem Anderen und eines (bzw. drei) der wohl cleversten Filmenden aller Zeiten, ergeben ein wunderbar skurriles Kriminalfilmstück, dass selbst beim X-ten Mal zuschauen (auf DVD) noch für Spannung sorgt, weil man wirklich niemals 100% weiß, wer dieses mal der Mörder ist. Auch wenn das ganze Treiben manchmal etwas im Klamauk versinkt und auf die Logik nicht immer ganz eisern geachtet wurde, so darf man Debra Hill und allen Beteiligten dazu gratulieren, dass ihnen das schwierige Unterfangen, ein wunderbares Brettspiel in einem nahezu ebenbürtigen Film auf die Leinwand zu zaubern, wirklich gelungen ist!

Sollte man, mindestens dreimal, gesehen haben!

Wertung: 7,5+/10 Punkte

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