Die Geschichte vom Feuerwehrmann, der Zeuge eines Mordes und somit zur Zielscheibe eines Nazi-Gangsters wird, läßt sich in drei Genreanteile zerlegen: Krimi, Drama und Action.
In ersterer Disziplin hat David Barrett eine recht solide Nummer hingelegt, obgleich die Geschichte natürlich alles andere als innovativ und zudem ziemlich voraussehbar ist (das gilt insbesondere für den Charakter des Detectives Mike Cella, dargestellt von Bruce Willis - der übrigens nur wenige Minuten Auftrittszeit hat, weshalb sich Willis-Fans sich den Film nicht seinetwegen angucken sollten, zumal er die kleine Rolle, die er spielt, nicht einmal besonders lebendig ausfüllt). Aber irgendwie war ja alles schon einmal da, und auch Standard kann unterhaltsam sein. Also, Spannung ist vorhanden - ABER: Der dramatische Anteil bremst die Aufregung spürbar aus, was leichter zu verschmerzen wäre, wenn es sich nicht um Drama à la carte américaine handeln würde. Dies ist jedoch der Fall. Was ich damit sagen möchte: Hier hat Barrett eindeutig etwas zuviel Schmalz aufgetragen. Ein Krimidrama mit Actionanstrich kann auch berühren und fesseln, als Beispiel nenne ich "Helden der Nacht" und "Dirty" (mit Cuba Gooding Jr.), da muß nicht unbedingt die romantische Heldenschiene gefahren werden, wie es hier leider der Fall ist. Das paßt dann auch nur bedingt zu den ansprechend inszenierten Action/Gewaltszenen. Durch eine trockenere Umsetzung der Liebesgeschichte und der innerlichen Kämpfe des Protagonisten wäre vielleicht ein Streifen herausgekommen, der sich vom Durchschnitt abgehoben (und es ins Kino geschafft) hätte.
Tut er aber nicht, was auch an den Schauspielern liegt, die routiniert spielen, aber insgesamt oberflächlich und blaß, um nicht zu sagen glatt, bleiben - Josh Duhamel beispielsweise stellt ja eher das Abziehbild des austauschbaren Hollywood-Schönlings dar. Dieses etwas beliebige Casting bzw. Schauspiel ist selbstredend ein weiterer Grund dafür, daß das dramatische Moment nicht zum Tragen kommt. Ausnahme: Vincent D'Onofrio als schmieriger Obernazi; mit wenig Mimik vermag er viel auszudrücken, und seine leise Stimme sowie die wohlakzentuierte Sprache sorgen dafür, daß ich mir den Film noch einmal gezielt angucken würde. Ich hatte D'Onofrio schon in mehreren Werken gesehen, aber so richtig aufgefallen war er mir bisher nicht; jetzt werde ich sein Gesicht nicht mehr vergessen.
Also, wer über Kitsch und den Heroismus-Anteil hinwegsieht (oder diese Elemente sogar schätzt), kann dank Vincent D'Onofrios Schauspiel und der ein oder anderen Actioneinlage einen netten Filmabend verbringen.