Review

"21 Jump Street", na klingelt es da bei einigen von euch? Ich denke da an die 80er, als noch richtig coole Serien über den Bildschirm flimmerten, mir die ersten Sackhaare wuchsen und ich von Knight Rider, Streethawk und den Spezialisten nicht genug bekommen konnte. "21 Jump Street" zählte nicht wirklich dazu. Ich sah hier und da mal eine Folge, wenn gerade kein Li-La-Launebär mit Metty lief, aber es war eher so eine Lieblingssendung meiner Schwester ("hach ist der Johnny Depp so goldisch"), die sie abwechselnd mit "Beverly Hills 90210"  konsumierte.

So, genug über die Vergangenheit geschwafelt, wir haben das Jahr 2012 und da sah ich es anfangs eher skeptisch, dass eine Verfilmung über diese Serie kommt. Doch bis auf die Grundkonstellation, dass eben jungaussehende Polizisten in der Schule undercover ermitteln, ist nichts mehr übrig geblieben. Das Gesamtresultat ist eher eine verdammt witzige Screwball-Komödie mit Buddy-Elementen geworden, die bei der Location "Schule" natürlich nicht mit Penis- , Fäkal- oder Drogenwitzen geizt. Das sollte man definitiv vor der Besichtigung wissen, denn es gibt ja da nur zwei Gruppen von Konsumenten: Die, die sich in ihrer Intelligenz beleidigt fühlen und eben die andere (zu der ich mich zähle) die sich beim Ansehen vor Lachen zwei Unterhosen zusaut.

Den Part der  verdeckten Ermittler übernehmen die beiden Frischlinge Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill), die sich noch von der eigenen Highschool-Zeit kennen und nicht gerade mögen. Kein Wunder: Während der eine ein Draufgänger und dumm wie Knäckebrot war, ist der andere bei den Mädels nicht so angekommen und durfte sich nur an seinen guten Schulnoten erfreuen.
Die beiden kommen unter die Fuchtel von Captain Dickson (Ice Cube, sehr schön und zynisch gespielt), der sie an ihre alte Schule verweist, da dort eine neuartige Droge mit den Namen HFS vertickt wird, die vier unterschiedliche Bewusstseinsveränderungen hervorruft. Jedoch hat diese neuartige Droge schon ihr erstes Todesopfer gefordert und so sollen Jenko und Schmidt nicht nur die Verbreitung verhindern, sondern auch die unbekannten Hintermänner finden, die diese Droge herstellen. Ein schwieriges Unterfangen.

Mal von den Fäkalwitzen abgesehen, hat es mich sehr überrascht, dass der Film keinen hohen Actionanteil besitzt und eher von den beiden Hauptcharakteren getragen wird, die sich durch (für dieses Genre) brilliante Dialoge und skurrile Szenen kämpfen. Es gibt keine Durchhänger, die Handlung ist abwechslungsreich und nie vorhersehbar, so dass man von einer guten Komödie sprechen kann.
Die Gastauftritte von Johnny Depp und Peter Deluise (die in der 80er-Jahre Serie die Undercover-Ermittler spielten) stoßen mir nur etwas sauer auf. Zumindest das, was man aus diesen Gastauftritten gemacht hat. Naja, wer die Rollen von Rock und Jackson in dem unheimlich doofen Streifen "Die etwas anderen Cops" gut findet, dürfte auch hier Standing Ovations feiern.
Ein anderes Thema, das mir sonst auf die Nüsse geht und auf den Namen "technischen Fortschritt" hört (Facebook, Handy, Youtube etc) kommt natürlich auch vor, aber in genau dem richtig dosierten Maß, bei dem ich keine Kopfschmerzen bekomme und sogar darüber schmunzeln kann.

Wer auf "American Pie"-Humor steht sollte unbedingt einen Blick riskieren, und wenn wir schon mal bei dem Apfelkuchen sind, der ja vor kurzem Reunion gefeiert hat, schneidet "21 Jump Street" deutlich besser ab - und das ist mir 8 Punkte wert, da ich von der ersten bis zur letzten Minute unterhalten worden bin und mir öfters einen Ast gelacht habe.

8/10

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