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"Wenn du überrundet wirst, stirbst du!"

80 scheinbar willkürlich ausgewählte Personen, darunter die beiden Kriegsveteranen Justin (Paul McCarthy-Boyington) und Eddie (Eddie McGee), finden sich plötzlich in einem Parkour wieder. Eine Stimme vermittelt ihnen, dass sie laufen müssen. Denn wer zwei Male überrundet wird, stirbt. Zudem darf niemand den durch Pfeile ausgewiesenen Weg verlassen. Schnell kommt Bewegung in die Menschenmenge und den ersten vom Weg abkommenden Personen explodiert der Kopf.

Der Gedanke daran, in einer weitläufigen Arena viele Personen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten antreten zu lassen, ist nicht neu aber immer wieder reizvoll. "Battle Royale" wird in diesem Zuge immer wieder als Referenz genannt während die "Die Tribute von Panem"-Reihe das Konzept massentauglich machten. Aus diesen Filmen nimmt sich "The Human Race" die grundsätzliche Idee und erweitert sie mit ein paar eigenwilligen Regelbeschränkungen.

Zu Beginn weiß man ähnlich viel wie die Protagonisten. Der Ortswechsel von der Straße zum Parkour erfolgt plötzlich und lässt Fragen bis zum Ende offen. Bis dahin folgt der Film einem generischen Schema: Er lässt die üblichen Stereotypen aufeinander losgehen. Der Schluss beantwortet schließlich offene Fragen und erweist sich als überaus sinnvoll, wenn auch als abrupt.

Die Idee des Rennens und die wunderbare Doppeldeutigkeit des Titels lassen auf innovative Inhalte hoffen. Die gibt es allerdings nicht. Die kaum vorhandene Handlung verläuft spannungslos. Der Fokos liegt auf einer handvoll Figuren und der größte Personenkreis wird ignoriert. Möglichen Konfrontationen auf psychischer und philosophischer Ebene geht "The Human Race" aus dem Weg. Stattdessen wirft er religiöse Fragen auf ohne sie groß weiterzuführen.

Zwei weitere enorme Probleme bilden die Figuren sowie die innere Logik. Den Protagonisten fehlt es eindeutig an einem sympathischen Aufhänger. Sie bilden sich einzig aus den obligatorischen Klischees und bleiben trivial.
Unglaubwürdig fallen besonders die Todesursachen sowie das aufgestellte Regelwerk aus. Wer zählen kann dem wird häufiger auffallen, dass mache Überrundungen schon das zweite Mal sind, ohne dass allerdings etwas geschieht.

Wenn etwas geschieht, macht sich das geringe Budget bemerkbar. Digitale Hilfsmittel veranlassen es einer erwartungsgemäß hohen Anzahl an Personen die Köpfe platzen zu lassen. Wobei es eher so aussieht, als würden die Köpfe mit viel Blut verpuffen. Die häufige Wiederholung dieses Effekts ermüdet auf Dauer. Und die andersartigen Tötungsarten fallen nicht innovativ aus. Sie wirken teils eher geschmackslos, so wie manch ein plötzlicher Gesinnungswandel von den Charakteren.

Die Darsteller sind gänzlich unbekannt. Auch wenn die unverbrauchten Gesichter der Atmosphäre gut tun, bleibt die Spielfreude weniger überzeugend.

Gute Idee, mieße Ausführung. "The Human Race" fehlt es im gesamten Hauptteil an Dynamik. Das Thema bleibt gänzlich ein Aufhänger um zu schocken aber nicht zu polarisieren. Die klischeehaften Figuren und ihre Schauspieler spielen nicht miteinander, die Effekte sind eher schwach, die Logik wird häufig ausgehebelt. Die Erwartung einen Survival-Thriller im Stil der Referenz zu sehen, wird zu keinem Zeitpunkt erfüllt. Sehr knappe ...

3 / 10

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