Für Technik-Freaks mit etwas Geld im Hintergrund muss es eine wahre Freude sein, das eigene Domizil mit Hochsicherheitstechnik auszustatten: Eine Überwachungskamera mit Gesichtserkennung und Ortung von Handfeuerwaffen, Stahltüren innerhalb einzelner Räume und ein USB-Schlüssel, der ausschließlich per Daumenabdruck funktioniert. All dies haben unsere Protagonisten auch zur Verfügung, doch einen funktionierenden Alarmknopf für die direkte Anbindung zur Polizei ist nicht enthalten, was eins von vielen Logiklöchern in diesem austauschbaren Thriller darstellt.
Banker David (Sean Faris) hat ein besonderes Geburtstagsgeschenk für seine Frau Emma (Briana Evigan): Ein schickes Haus, welches kurz vor der Zwangsversteigerung stand.
Nach kurzer Zeit entdecken sie hinter einer Wand Unmengen an Heroin und wollen die Polizei alarmieren, doch der „Nachbar“ Ray (Jon Huertas) und der kurz darauf erscheinende Andy (Dolph Lundgren) belagern bereits das Anwesen und versuchen in das gesicherte Gebäude einzudringen…
Die Grundidee erinnert frappierend an „Panic Room“, doch in diesem Fall vermag das unausgegorene Drehbuch kaum neue Ideen hinzufügen. Die Charakterisierungen der vier wesentlichen Figuren fällt dürftig aus, da sich niemand durch markante Eigenschaften oder Hintergründe auszeichnet, selbst die Gangster können allenfalls in vage Kategorien des „Impulsiven“ und des „Ruhigen“ eingeteilt werden. Das fällt insofern negativ auf, als dass die Anzahl der agierenden Figuren doch sehr gering ist und sich das komplette Geschehen auf die Aktionen und Reaktionen beider Parteien richtet.
Zudem werden die vorhandenen technischen Möglichkeiten kaum genutzt, um Suspense zu schüren. Die Bilder der Überwachungskameras werden recht wahllos im Split Screen auf vier Fenster verteilt, doch den Vorteil des Mehrwissens nutzt das Paar im Haus kaum aus, obgleich sogar Mikrophone recht deutlich vermitteln, worauf es die Gangster abgesehen haben. Auch Möglichkeiten eventueller Gegenwehr werden viel zu selten wahrgenommen und somit kommt erst Spannung auf, als David versucht ein Gewehr zu stibitzen, während die Kriminellen einen Verschlag aufschweißen.
Zwar kommt es im letzten Drittel zu kleinen Wendungen, doch überraschende Ereignisse stellen sich für den halbwegs erfahrenen Genrefan nicht ein. Im Gegenteil, auch der finale Akt wird von einigen derben Logikbrüchen durchzogen, wobei die mitmischenden Cops alles andere als gut wegkommen.
Das uninspirierte Drehbuch deckt sich mit der faden Inszenierung ohne Höhepunkte.
Momente des Mitfieberns sind kaum gegeben, die Kamera arbeitet komplett unauffällig und auch der Score hält sich extrem zurück. Gleiches gilt für die Mimen, die aus ihren ohnehin schwach gezeichneten Figuren nichts herausholen können und entsprechend blass bleiben.
Home Invasion der eher drögen Art, begleitet von zahlreichen Logiklöchern, einigem Leerlauf im Mittelteil und einen Showdown ohne nennenswerten Drive.
Solides Potential gnadenlos in den Wind produziert…
4 von 10