Beim Anblick des Covers mit dem einschlägigen Titel dürften Genrefreunde von Folterfilmchen zwar mal wieder ein wenig aufhorchen, doch es gibt leider eine Menge Gründe, sich das Debüt von Autor und Regisseur Larry Simmons nicht anzutun.
Mit vier Geschwistern um Gavin, welche mittellos in einem Van haust, geht es nach dem Tod ihrer Oma steil bergab. Versicherungsvertreter und Anwälte machen ihnen das Leben schwer und kurz darauf befinden sie sich in der titelgebenden Situation...
Eigentlich möchte man Regieneulingen ja nicht direkt ans Bein pinkeln, doch was Simmons hier abliefert ist in jeder Hinsicht geballter Dilettantismus.
Eine Figureneinführung findet erst gar nicht statt, da parallel angelegte Erzählebenen willkürlich Protagonisten ins Spiel bringen, welche ohne jeglichen Kontext kommen und gehen. Entsprechend liefert bereits die erste Viertelstunde ein komplettes Durcheinander: Zwei Leute in einem karg ausgestatten Raum, ein schriller Ton erklingt und einer von beiden stirbt, - wer die waren und wofür die Szene gut sein sollte, erschließt sich bis zum Schluss nicht. Danach wird Gavin vorgestellt, die in Mülltonnen nach Essensresten kramt, davon brechen muss und kurz darauf vom Erbrochenen nascht um sich erneut zu übergeben, - super Figureneinführung.
Des Weiteren spielen diverse Menschen von nicht näher einzuordnenden Versicherungen mit, (wahrscheinlich) auch ein paar Cops und nach einer Dreiviertelstunde befindet sich tatsächlich mal jemand im Entführungsstatus und sieht sich einem maskierten Menschen gegenüber. Aber nicht, dass dieser irgendwie aktiv werden würde oder gar brutal Hand anlegt, - nein, er labert, wie alle übrigen Figuren zusammenhanglosen Müll, während die nicht fixierten Opfer zwar latent schimpfen, aber nicht auf die Idee kommen, ihren Peiniger auch mal anzugreifen.
Entsprechend gibt es keine wirklichen Gewalteinlagen, da eine Enthauptung lediglich als Schattenbild zu sehen ist und eine abgetrennte Hand nach der einer Schaufensterpuppe mit Erdbeermarmelade aussieht. Mitfiebern fällt sowieso flach und auch der obligatorische Twist birgt zahlreiche unlogische Aspekte, über die man sich nach äußerst langweiligen 109 Minuten keine Gedanken mehr machen möchte.
Die talentfreien Mimen runden die grottige Sache noch ein wenig ab, während der Score nur ein einziges Thema beisteuert und die spartanische Ausstattung das amateurhafte Niveau einschließlich unsicherer Kamera untermauert.
Null Spannung, null Atmosphäre, -da fällt die unterirdische Synchro schon gar nicht mehr ins Gewicht...
1,5 von 10