Christlich angehauchte Filme haben häufig das Problem, ihre Botschaft mit der Brechstange transportieren zu wollen, als würden einem Horden mit „Wachturm“ in den Händen die Bude einrennen. Zur Ablenkung lässt Autor und Regisseur Johnny Remo etwas Action in Form kurzer Skateboardtricks einfließen, - eine Rechnung, die nur bedingt aufgeht.
Caleb (Randy Wayne) liebt skaten über alles und würde am liebsten von seinem Hobby leben, wogegen seine Mom (Rosanna Arquette) etwas einzuwenden hat. Als diese zusammenbricht und im Koma landet, sucht Caleb seinen Vater Jack (John Schneider) auf, den er noch nie zuvor gesehen hat. Die finanzielle Hilfe Jacks will der Junge nicht annehmen, weshalb er sich an einem Turnier versucht…
Obgleich die Tricks auf dem Skateboard auch eine Rolle spielen, geht es in erster Linie um ein Familiendrama, welches in seiner Grundform alles andere als frisch daherkommt.
Ein rebellischer Junge im spätpubertären Alter, eine kranke Mutter und ein ehrgeiziger Vater als Geschäftsmann, von dem Caleb glaubt, er habe ihn über all die Jahre ignoriert, - Probleme beim Aufeinandertreffen sind natürlich vorprogrammiert, ebenso wie die mit seiner Mutter, welche er meistens zu ignorieren versucht.
Und dann ist da noch dieser Obdachlose Ralph (Christopher Michael), der ständig am Wegesrand auftaucht und Papptafeln mit christlichen Botschaften hochhält, - die ersten Hinweise, worauf Calebs Entwicklung hinauslaufen dürfte, sind unschwer zu übersehen.
Dennoch hält sich die Erzählung mit religiöser Penetranz zurück, etwaige Auseinandersetzungen nehmen besonders im Mittelteil nachvollziehbare Züge an, nur gegen Ende wird zu sehr glatt gebügelt. Und dies primär, weil eine innere Wendung zu überstürzt und ohne ersichtliche Anzeichen daherkommt.
Actionfreunde müssen sich indes lange gedulden, denn die richtig guten Moves werden lediglich in den letzten Minuten von Profis präsentiert, wozu auch ein wenig Zeitlupe bemüht wird. Die Kamera fängt einige Stunts recht gelungen ein, sporadische eingebundene Skaterszenen wirken demgegenüber nicht sonderlich feinfühlig gefilmt. Oftmals mangelt es an Drive, was vielleicht auf den fehlenden Zugang der Macher zurückzuführen ist, welche eben einen anderen Schwerpunkt im Sinn hatten.
Demnach ist es auch wenig verwunderlich, dass der Streifen an den US-Kinokassen gnadenlos floppte, da Freunde rasanter Skateboardaction weitgehend aufs Glatteis geführt werden, eine solide gespielte, jedoch zuweilen zu sentimentale Familiengeschichte serviert bekommen und erst zum Showdown passable Stunts erhalten.
Wer die christlichen Botschaften nicht als solche interpretiert und Themen wie Schuldgefühle und Vergebung aus rein menschlicher Sicht betrachtet, erhält durchaus ein paar emotionale Momente, doch die Mischung aus Sportfilm und Familiendrama funktioniert als solche kaum.
5 von 10