"City Hunter" ist ein bekannter japanischer Manga-Krimi wo sich Jackie Chan 1994 selbst dieser Serie angenommen. Der Film präsentiert sich gleich zu Beginn als Chans Antwort auf Dick Tracy: Denn es ist Künstlichkeit angesagt. Vor einer knallbunten, stilisierten Kulisse stirbt in Schnellform Hideyuki (Michael Wong), der Partner von City Hunter (Jackie Chan). Der verspricht ihm, sich seiner kleinen Tochter anzunehmen, die gleich darauf rasant heranwächst – dargestellt in einer wunderbaren Einstellung, in der er mit dem kleinen Mädchen auf eine Treppe steigt und unten mit der ausgewachsenen Kaori (Joey Wong) zur Tür herauskommt: ein Wachstumsschub, der Jackie nicht weniger verwundert als uns und in Gewissenskonflikte stürzt, hat er doch versprochen, nie sein Ziehkind anzurühren.
Worum es eigentlich geht? Privatdetektiv City Hunter ist an Bord eines Luxusdampfers, ein kleines Mädchen aus reichem Haus, das er sucht, auch, Ziehtochter ebenfalls, die Revolver-Lady Saeko (Chingmy Yau), außerdem sowie ein kaltblütiger Spieler und nicht zuletzt Bösewicht Col. McDonald (Richard Norton). Letzterer übernimmt mit seinem schießwütigen Killerkommando das Schiff und Jackie darf Bruce Willis spielen, wenn er durch die Gänge schleicht, immer wieder die Wege der anderen Akteure streift und die Schurken langsam aus(sterben) lässt. Der Showdown liefert das Schiff noch einer Kette von Explosionen aus und der finale Zweikampf zwischen Jackie Chan und Richard Norton ist schlicht und ergreifend perfekt choreographiert wie eh und je.
Der Humor bei diesem Streifen kommt dabei nie zu kurz. Häufig wird wie in Comics eine Kampfgeräusche umschreibende Sprechblase eingeblendet. In einer von vielen witzigen Szenen zeigt eine etwas tapsige Sexbombe Jackie stolz ihre vom Badeanzug gehaltenen Brüste, doch Jackies gieriger Blick ist nur darauf zurückzuführen, dass der ausgehungerte City Hunter pralle Hamburger im Dekollete zu erkennen glaubt. Die ganze Action ist trotz einiger Leichenberge sehr verspielt, will nicht ernst genommen werden, sondern sucht den pfiffigen Gag, die fast etwas surreale Athletik oder die bizarre Situationskomik. Leute purzeln oder springen durch die Gegend und so hat Jackie in einem der witzigsten Gefechte eine Partnerin (in dem Fall Chingmy Yau) an seiner Seite, die ihre Knarre in den Strapsen stecken hat, aber nicht rauskriegt. Also packt Jackie die leicht bekleidete Lady und wirbelt sie so gekonnt um sich herum, dass der Lauf der Waffe die Ganoven nacheinander ins Reich der Träume schickt.
Im Abspann gibt’s natürlich wieder die beliebten Outtakes zu sehen, wo man misslungene Einstellungen bewundern kann. So hat "City Hunter" nicht nur den Anspruch, mit toller Action und vielen witzigen Einlagen den Zuschauer verdammt gut zu unterhalten, sondern erfüllt diesen mit genau der Leichtigkeit, die Chan sich vorgenommen hat – Eine absolut herrliche Actionkomödie!