In „City Hunter“ versucht sich Kung Fu Clown Jackie Chan an der Realverfilmung des gleichnamigen Mangas – mit Erfolg.
Ein auch sehr comichafter Vorspann erzählt uns kurz die Vorgeschichte des Privatdetektivs City Hunter (Jackie Chan): Früher hatte er einen Partner, Hideyuki Makimura (Michael Wong), doch dieser starb bei einem Einsatz und bat City Hunter auf seine Nichte Kaori (Joey Wong) aufzupassen, muss aber versprechen die Finger von ihr zu lassen. Diese wird zu seiner Assistentin – und zu einer hübschen Frau. Wem dieser Anfang schon zu überdreht ist, der braucht gar nicht weiterzugucken. Denn „City Hunter“ ist der wahrscheinlich durchgeknallteste Film Jackie Chan und die gesamte Machart bleibt derart comichaft.
City Hunter ist nicht nur ein Womanizer, sondern auch ein Faulpelz sondergleichen. So verschläft er beinahe das Gespräch bei seinem nächsten Arbeitgeber; einem Millionär, der ihn bittet seine weggelaufene Tochter zu suchen. Die Suche erweist sich als schwierig, da die Göre recht gut im Ausbüchsen ist. City Hunter ärgert’s, den Zuschauer freut’s: Bei der Verfolgung per Skateboard gibt es ein paar sehr gute Stunts zu bestaunen.
Doch nicht beruflich baut City Hunter Mist: Seine Assistentin (die beiden haben sich natürlich ineinander verliebt ohne dem anderen etwas zu sagen) verschwindet auf eine Kreuzfahrt. City Hunter schleicht sich an Bord. Zu seinem Glück ist auch gesuchtes Töchterchen an Bord. Zu seinem Pech auch einige Terroristen, gegen die es sich zur Wehr zu setzen gilt...
„City Hunter“ hat vor allem einen Schwachpunkt: Die Story. Die nicht vorhandene Handlung verknüpft die einzelnen Szenen zu einer Art Nummernrevue. Die Einzelszenen sind dann auch zum größten Teil gelungen, aber man hat das Gefühl, dass die Einzelszenen dem Drehbuchautor wichtiger waren als der Plot. Spannung kann man dementsprechend auch knicken.
Die Komik ist extrem überdreht, aber zum größten Teil gelungen. Dabei werden geschickt Teile der Popkultur wie Videospiele oder Bruce Lee Filme miteinbezogen. Sehr gut ist z.B. der Kampf in der Spielhalle, der nur nach dem Muster des Konsolenspiels „Streetfighter“ gewonnen werden kann. Ein paar andere Gags (z.B. City Hunters Zusammentreffen mit den Frauen, als er großen Hunger hat und nur noch Burger und Hühnerschenkel sieht) zünden dagegen nicht so sehr, weil sie zu kindisch sind.
Recht gut ist der Ansatz jede Menge Nebenfiguren wie die schwer bewaffnete Privatdetektivin oder Kartenspielende Killer einzubauen, die zum einen den Film interessanter machen und zum anderen als Gaglieferanten dienen. Außerdem werden diese Figuren gut genug ausgearbeitet, was diese Idee nicht billig erscheinen lässt.
Die Action bietet, wie könnte es anders sein, die Chan-typischen Kloppereien, dieses mal zum Teil komödiantisch überhöht (z.B. im Kino oder in der Schiffshalle), zum Teil auch mit Nahkampfwaffen (z.B. der Showdown). Diese sind mal wieder gut choreographiert und können auch Zuschauer mit viel Martial Arts Film Erfahrung fesseln. In diesem „City Hunter“ wird außerdem noch recht häufig geballert. Die Schießereien sind allerdings eher eine nette Dreingabe, da sie bei weitem nicht die Klasse richtiger Shoot-Out-Actioner erreichen.
Schauspielerisch ist nicht viel zu sagen: Jackie Chan ist wie so oft der Clown, der eher mit Körpereinsatz überzeugt und übertriebene, zugegeben witzige Grimassen schneidet. Die anderen Darsteller sind ebenso mit grober Mimik am Werke, was aber auch irgendwie zur comichaften Inszenierung des Films passt.
„City Hunter“ ist ein überdrehter Jackie Chan Film, der zwar eine sehr schwache Story vorzuweisen hat, aber durch seine guten Gags und Kämpfe dann doch überzeugt.