Der „City Hunter“ Ryu Saeba ist ein berühmter Privatdetektiv, der zwar stets um Coolness bemüht ist, bei dem Anblick einer schönen Frau aber vollkommen die Kontrolle verliert. Er arbeitet stets mit seiner eifersüchtigen Assistentin Kaori zusammen, aber aufgrund eines Auftrags um die Suche nach der Tochter eines Millionärs landen sie getrennt auf einem Luxusschiff, das auch Passagiere der nichtfriedfertigen Art an Bord hat.
City Hunter basiert nicht nur auf einem bekannten japanischen Manga, er ist auch genauso comichaft aufgebaut. Bereits zu Anfang merkt man nicht nur an den Batman-artigen "ka-pow und rumswums" Geräuschen, sondern spätetens nach der übertriebensten Sterbeszene der jüngeren Filmgeschichte, das das Thema Ernsthaftigkeit für die nächsten 90 Minuten ad acta gelegt werden kann.
Es ist dabei reichlich ungewohnt den guten Jackie als dauergeilen Möchtegernrammler zu akzeptieren, allerdings bringt das die Comicfigur einfach mit. Auch das er lt. Manga eigentlich ein lausiger Kämpfer sein soll kommt etwas befremdlich rüber, allerdings gleicht sich dieses Manko ab der zweiten Filmhälfte wieder aus, wenn die bösen Terroristen mit ihrem finsteren Treiben an Bord loslegen.
So gestaltet sich allerdings der erste Teil des Films etwas unspannend. Gut, es gibt eine gelungene Verfolgungsjagd per Skatboard mit allerlei Sachschaden, hauptsächlich wird aber oft zähe Exposition geboten und ein paar meist maue Späßchen gemacht. Wie immer ist der asiatische Humor teilweise für westliches Publikum immer noch sehr gewöhnungsbedürftig, allerdings muß man dabei auch klar sagen, das die lauen Späße glücklicherweise in der Minderheit sind und nur speziell dann, wenns in Richtung allzu infantilen Klamauks gehen, auch mal richtig nerven.
Die Darsteller dürfen sich dabei nach Herzenslust selbst zur Sau machen. City Hunter ist ein Musterbeispiel, was der Begriff Overacting bedeutet. Besonders Chan darf hier grimassieren das es kracht und auch seine großen Slapstik Vorbilder wie Keaton und Lloyd nachahmen. Als Gegenpart wurden mit Gary Daniels und Richard Norton zwei Leute engagiert, die sich anerkanntermaßen mit Martial Arts bestens auskennen und die jeweiligen Kämpfe Jackies mit den beiden sind die eindeutigen Höhepunkt. Besonders der Street Fighter animierte Fight Chan/Daniels läßt den Film auf der Skala des organisierten Wahnsinns meilenweit nach oben schellen, muß man wirklich gesehen haben.
Überhaupt ist die ganze Action so was von over the Top das es scheppert, mit dem Ergebnis das trotz Leichenbergen, die die meisten Kriegsfilme nicht annähernd erreichen und auch ständig Frauen verprügelt werden, von der FSK locker mit 12 durchgewunken wurde. Die Terroristen haben wohl heimlich mehrere Hundertschaften an Kollegen unbemerkt an Bord gebracht und werden dabei extrem überdreht und unwirklich herniedergemetzelt, auch auf die Gefahr der Wiederholung, für Halbzeit zwo des Films könnte man beinahe eine glatte 10 vergeben.
Insgesamt eine sehr gelungene Actionkomödie, wenn man jetzt noch diese komische Japan-Pop Nummer und einige Charaktere, die definitiv nicht witzig sind, entfernt hätte, wäre City Hunter ein echter Hammer.
7/10