Doc McCoy ist ein Gangster, der schon einige Jahre im Gefängnis sitzt. Seine Hoffnung auf frühzeitige Entlassung wird zerschlagen, als der Ausschuss seinen Antrag ablehnt. McCoy ist sauer und niedergeschlagen. Seine Frau Carol kann nicht viel für ihn tun außer warten. Eigentlich wollte McCoy der Kriminalität den Rücken kehren. Aber angesichts dessen, dass er mit frühzeitiger Entlassung nicht rechnen kann, ändert er seine Meinung. Er bittet seine Frau den korrupten Politiker Beynon zu kontaktieren. Dieser kann tatsächlich die nötigen Hebel betätigen und McCoy kommt raus. Allerdings hat Beynon nicht ohne Grund die helfende Hand geliehen. Er verlangt von McCoy, dass er bei einem Raub in einer Bank dabei ist.
Doc der es lieber bevorzugt hätte den Überfall mit seinen eigenen Männern durchzuführen, muss diesmal mit zwei komplett Fremden zusammen arbeiten: Rudy Butler (Al Lettieri) und Frank Jackson (Bo Hopkins). Ein Überfall der eigentlich sehr gut geplant ist, geht aufgrund dieser beiden Hitzköpfe schief. Jackson erschießt einen Wachmann und wird kurze Zeit später von seinem Kollegen Rudy ebenfalls beseitigt. Die Gier hat Rudy gepackt und er will das Gangsterehepaar McCoy killen und die Beute für sich behalten. Aber Rudy zieht den kürzeren und Doc schießt schneller. Doc und Carol verschwinden im Glauben Rudy Butler sei tot. Doch eine Schusssichere Weste, die er trug, rettete ihm das Leben.
Als Doc sich mit Beynon erneut trifft um das Geld aufzuteilen, wird Doc klar, dass Beynon ihn benutzte um eine Veruntreuung zu decken. Als Doc erfährt, dass seine Frau Carol, um ihn aus dem Gefängnis rauszuholen, mit Beynon schlafen musste, weiß er nicht wo ihm der Kopf steht. Carol die das Gespräch der beiden heimlich verfolgt, erschießt angewidert Beynon .
Das Ehepaar hat sich nach dieser schockierenden Wahrheit nicht mehr viel zu sagen. Aber während Carol dies alles nur als Dienst für ihren Mann sieht, ist dieser tief verletzt. Doch das ist das kleinere Problem: Die beiden werden von Rudy Butler, der Polizei und den Anhängern aus Beynons’ Gang gejagt.
Kritik:
Um es schon vorweg zu nehmen, das Original ist deutlich besser als das Remake mit Alec Baldwin und Kim Basinger. Aber ist das Original dadurch ein lupenreiner Film? Nun ja, Ich kann keine uneingeschränkte Empfehlung geben. Die Story ist auch für damalige Verhältnisse nicht der Hit, aber wen interessiert das schon. Getaway soll rasante Action bieten mit etwas Humor und zwischendurch auch mit einem gewissen Tiefgang. Überwiegend schafft das Getaway auch.
Die Schießerei im Hotel zählt sicherlich zu einer der Höhepunkten des Films. Der von mir gern gesehene Steve McQueen ist bestens aufgelegt und auch die Hauptdarstellerin Ali McGraw ist sehr elegant, cool und verletzlich. Zusammen sind sie die perfekte Mischung eines Gangsterehepaares (McQueen und McGraw lernten sich am Set von Getaway kennen und waren tatsächlich auch einige Jahre verheiratet).
Obwohl die im ersten Abschnitt genannte Rezeptur über lange Strecken funktioniert, gibt es auch einige Szenen, die ich nicht so attraktiv fand: Rudy Butler kidnappt das Ärztepaar Harold und Fran Clinton. Das hilflose Ehepaar hält nicht lange zusammen, denn Fran ist von dem Machogangster Butler angetan und geht mit ihm ein Verhältnis ein. Der im Stich gelassene Harold fühlt sich betrogen, übergangen, verletzt und begeht dann Selbstmord. Das Thema betrügen und verletzt sein war wohl eines der Themen was für Walter Hill (er schrieb das Drehbuch) relativ wichtig war. Denn auch Carol hat Doc betrogen, wenn auch aus anderen Motiven. Aber Doc geht anders damit um als der entführte Arzt. Um auf den Punkt zu kommen: Mich haben die Szenen mit Al Lettieri wenig interessiert, denn anstatt den von Al Lettieri gespielten Rudy Butler, hätte ich gern einen gnadenloseren, brutaleren Killer gesehen.
Auch über die restliche Cast kann ich nur ein ausreichendes Urteil geben. Einzig und allein sind es die beiden charismatischen Hauptdarsteller und auch der abschließende Showdown im Hotel, die der Story die nötige Würze verleihen.