Eigentlich sind Mantel - und Degenfilme aus der klassischen Periode ja fast schon eine Persiflage für sich, - da kann eine Parodie entweder auf der Grundlage übersteigerter Klischees oder mithilfe archaischen Humors punkten. Dieser französische Abenteuerfilm traut sich zwar nicht allzu viel zu, verbreitet jedoch beschwingte Laune und punktet mit einiger Situationskomik.
Dabei ist die Story recht klassisch gehalten: Philibert erfährt am Sterbebett seines Vaters, dass dieser gar nicht sein leiblicher Vater war, jener jedoch von einem gewissen d'Artois umgebracht wurde. Also zieht Philibert hinaus in die weite Welt, um Rache zu üben und seine frische Liebe Ines aus den Fängen des Schurken zu befreien…
Der deutsche Verleih hat den Titel durchaus passend gewählt, um ein entsprechendes Zielpublikum explizit anzusprechen. Denn eigentlich handelt es sich bei Philibert nicht um ein Musketier, sondern einen gewöhnlichen Jüngling: Wohl erzogen, im Degenkampf trainiert, nur etwas zu gutgläubig, weshalb er häufiger in kleine Fallen tappt, die ihm beispielsweise sein Knappe Martin anfänglich stellt, der zuvor als Dieb unterwegs war.
Als zündende Parodie lässt sich der Streifen allerdings kaum klassifizieren, denn dafür fehlen ihm überwiegend die zynischen Spitzen oder Übertreibungen. Ansätze finden sich allenfalls im Spiel mit der typischen Strumpfhosenbekleidung, durch den Gebrauch einer fast durchweg schwülstig klingenden Sprache und durch die Tatsache, kein Verlaufsmuster des gängigen Mantel - und Degenfilms auszuklammern: Der finstere Bösewicht, der seinen Foltermeister beauftragt neue Methoden zu ersinnen, die holde Maid, die stets um ihren Helden zittert und die illustren Freunde, welche im Verlauf des Abenteuers dazu stoßen, wie der Dieb Martin, der desertierte „Pickel“, welcher einst d'Artois diente, ein stummer Muskelberg, der nur „Türke“ genannt wird oder eine Frau, die ihren eingekerkerten Vater sucht.
Nach einigen Startschwierigkeiten und einer um den heißen Brei herum redenden Erzählweise kommt spätestens ab Mitte der Geschichte gute Laune auf, die mit unspektakulär, aber passabel choreographierten Degenkämpfen und einigen netten Gags einhergeht.
Ob ein tiefer Fall aus dem Fenster mitten auf dem Sattel eines Pferdes zustande kommt, ein Duell kurzfristig außerhalb des Kamerabereiches stattfindet (und währenddessen auch den kompletten Score auslässt) oder mal wieder „Das Leben des Brian“ für zündende Situationskomik herhalten muss, - im letzten Drittel ist die Gagdichte und die damit verbundene Trefferquote merklich höher ausgefallen.
Derweil ist die Ausstattung solide, Waffen und Kleidung, Kutschen und die Inneneinrichtungen verschiedener Bauten wirken authentisch, nur bei den Außenkulissen wurde zuweilen ein wenig oberflächlich und Kosten sparend getrickst.
Auch die Darsteller sind mit guter Laune und angemessenem Overacting bei der Sache, was natürlich dem Sympathiefaktor ihrer Figuren zugute kommt.
Letztlich ist auch die musikalische Untermalung recht brauchbar ausgefallen, da sie die leichtfüßige Stimmung jederzeit adäquat untermauert.
So bietet der Streifen eine komplett harmlose, im Gesamtbild jedoch gut gelaunte Ausgabe von einem inhaltlich eher austauschbaren Mantel - und Degenfilm. Zwar dauert es eine Weile, bis überhaupt so etwas wie ein Gag auszumachen ist, dafür zündet einige Situationskomik am Rande und auch einige Dialoge regen ab und an zum Schmunzeln an.
Ein beschwingter, recht temporeicher Abenteuerfilm, der allerdings alles andere als bissig zu Werke geht und somit nicht wirklich als Parodie aufs Subgenre zu betrachten ist.
6 von 10