Review

Eine der besseren Videospielverfilmungen, die gar keine ist

In "Lockout" muss ein ultracooler Krimineller die Tochter des Präsidenten von einer gekaperten Raumstation/Gefängnis voller Schwerverbrecher holen - und alles geschieht wie mit dreifacher Geschwindigkeit laufen gelassen. Ein Prototyp-B-Film des neuen Jahrtausends. Unübersehbar produziert von Luc Besson, atemlos geführt von einem Guy Pearce im Arschkicker-Modus. Wie eine angstfreie Mixtur aus John McClane und Duke Nukem, dem man keine noch so frauenfeindlichen oder politisch unkorrekten Sprüche länger als zwei Minuten übel nehmen kann. Außerdem hampeln in der überdrehten und nie zur Ruhe kommenden Rettungsaktion noch allerhand unterforderte Akteure herum, deren Gesichter jeder kennt, deren Namen jedoch bedeutend weniger Leuten auf den Zungen liegen. Erwähnenswert sind da am ehesten noch die bösen walisischen (?) Brüder als Hauptbösewichte, die man zwar kaum versteht aber denen man trotzdem gerne zuhört. 

"Lockout" ist schnell gesehen, schneller verdaut. Ein Film, bei dem man früher sicher auch zur späten Stunde den TV laufen hätte lassen, da er keine Atempausen kennt und einen wach hält. Mit lässigen Einzeilern, fiesen Typen und null Prozent Leerlauf. "Lockout" fühlt sich an wie ein Videospiel und ist besser als die meisten Verfilmungen solcher Games. Viel macht die Guy Pearce-Granate nicht falsch, allerdings hält sie auch von Anfang an die eigenen Ambitionen auf oder sogar unter Gürtellinie. Berieseln lassen laut gemacht. Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach einen Fast Food-Action-Abend braucht, wessen Hirn nach Erholung jauchzt und wer keine Shakespeare-Verfilmung erwartet, der bleibt auf seinen Kosten kaum sitzen. Für einen Kauf oder mehrmaliges Sehen fehlt bei mir aber jeglicher Drang. 

Fazit: "Lockout" ist lauter und cooler als das Gro seiner Konkurrenten. Und dennoch bleibt von dieser "Stirb Langsam"-Weltraum-Variante nicht viel mehr als ein leeres Zischen im Kurzzeitgedächtnis. Als solider Sci-Fi-B-Movie-Actioner mit Bleifuss dennoch mehr als brauchbar. 

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