Review

Manche Regisseure scheinen einen deutlich begrenzten Rahmen zu benötigen, um gute Filme abzuliefern, denn Steven R. Monroe konnte mit beiden Ausgaben von "I Spit on Your Grave" überzeugen, während er beim vorliegenden Werk als Produzent, Autor und Regisseur fungierte und damit über weite Teile langweilt.

Reagan (Jason Wiles) folgt dem Anruf seines guten Kumpels Double (C. Thomas Howell) und reist nach Vegas, um in einer Wüstengegend am Rande der Stadt eine Frau zu treffen. Tatsächlich verbringt Reagan ein paar aufregende Stunden mit Monika (Cerina Vincent), die jedoch in derselben Nacht erschossen wurde. Aufgrund seiner Vorahnungen und Visionen erfährt er, dass Monika noch auf Erden weilt, um sich an ihrem Killer und den ihrer kleinen Schwester zu rächen...

Im Grunde handelt es sich um einen schlichten Gangsterkrimi mit übersinnlichen Elementen, denn die Titelgebende ist zwar kein Geist, wurde aber eindeutig erschossen, zumal der Tatort der billigen Absteige von der Polizei versiegelt wurde. So genau kann sich das Drehbuch diesbezüglich jedoch nicht einigen, denn einerseits kann die Erschossene je nach Gusto auftauchen und verschwinden, anderweitig wird sie von ihren Peinigern und ihren Eltern gesehen und ist auch selbst verletzbar, was im Endeffekt wenig Sinn ergibt.

Die Ganovengeschichte bedient sich indes altbekannter Muster: Ein Drogenboss (Andrew Howard) und vor allem sein Handlanger Terry Jo (Jeff Branson) sind für den Tod von Monikas Schwester verantwortlich, Monika versaut den Ganoven daraufhin einen Deal und sackt eine Tasche mit Kohle ein, welche diese nun um jeden Preis zurück haben wollen (wobei es wirklich dämlich ist, Monika zu erschießen, bevor man überhaupt nach dem Versteck des Geldes fragt). Die Figuren stammen vom Reißbrett und erfüllen zahlreiche Klischees und warum der Drogenboss Selbstgespräche in Form von Rollenspielen führt, erschließt sich genauso wenig wie das Verhör von Reagan durch zwei Polizisten, welche rein gar keine Anhaltspunkte haben.

Zwar punktet die Wüstenkulisse in manchen Einstellungen, doch der überzogene Einsatz von Farbfiltern macht einiges von der Stimmung wieder zunichte und auch die kurzen Inserts, welche Reagans Visionen beinhalten, bringen das Geschehen kaum weiter.
Immerhin ist der Score recht gut abgestimmt, - auf die über weite Teile vor sich hin dümpelte Erzählung, die erst zum Finale mit etwas Action in Form von kleinen Schießereien aufwartet.
Bis dahin sind allenfalls kurze Foltereinlagen erwähnenswert, bei der Rippen und eine Nase gebrochen werden, während es anderweitig lediglich ein paar Einschüsse in Sachen Gewaltdarstellung zu erhaschen gibt.

Darstellerisch gleicht sich das Niveau der höhepunktlosen Geschichte an, auch wenn mit Tim Thomerson und C. Thomas Howell ein paar bekannte Gesichter an Bord sind. Jason Wiles performt als Reagan noch recht nuanciert und kann sich positiv hervortun, doch das Overacting von Jeff Branson und Andrew Howard nervt bereits nach kurzer Zeit und auch Cerina Vincent erweist sich als schlechte Wahl für die Titelgebende, - spätestens als sie mit einigen Schusswaffen hantiert.

Inszeniert Monroe Monster - oder Katastrophenfilme wird es meistens unterhaltsam trashig, verfilmt er Horrorvorlagen, geht es überwiegend fies und spannend zu, doch bringt er seinen eigenen Stoff auf die Leinwand, ist die Chose von Spannungsarmut und mangelnder Kreativität durchzogen. Entsprechend wenig bleibt von dem Stoff hängen, denn selbst der finale Twist ist mindestens so alt wie Monroe selbst.
Knapp
4 von 10

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