Review

Süß und klebrig wie ein Bonbon….aber leider nicht im positiven Sinne

Für erfahrene Cineasten sind wie so oft die markanten Werbeslogans von HARD BOILED SWEETS wie "Der beste britische Gangster-Thriller der letzten Jahre" erfahrungsgemäß eher starke Signale für filmische Blender in bestmöglicher Verpackung. Leider ist der Film ein geradezu perfektes Beispiel dafür. Dabei ist es ein Erstlingswerk von Regisseur David L.G. Hughes und er hätte somit sogar einen entsprechenden Bonus zu präsentieren. Aber den verspielt der sehr ereignisarme und mit einem schlecht strukturierten Drehbuch versehene Film innerhalb von Minuten.

Der Titel HARD BOILED SWEETS erklärt sich gleich in der 1. Szene mit einer Texttafel: "Bonbons sind die gemeinsten Süßigkeiten von allen auf der Welt" (von Old Jackalian Fable). Aha, denkt sich der Zuschauer, vielleicht eine etwas holperige Metapher, aber die Erwartung eines wirklichen gemeinen oder irgendwie profilierten Stück Films erfüllt sich leider nicht im Geringsten. HARD BOILED SWEETS ist weder lustig, traurig, noch brutal oder spannend und nur ein paar Sekunden sexy. Er ist hochglanzverpackter Thriller-Trash, sozusagen ein überzuckertes vergammeltes zähes Bonbon in einer goldglänzenden aufwendigen Verpackung…

Die Geschichte von Johnny der gezwungenermaßen wieder ins Geschäft einsteigt und von Gangsterboss "Shrewd" Eddie benutzt wird verfügt über eine sehr holperige und schlecht strukturierte Dramaturgie, wahrlich einfältige Dialoge, einen Text aus dem Off der alles erklärt und kommentiert und schnell nervt und eine ganze Reihe von Eigenschaften die ihn zur richtigen Schlaftablette machen. Dazu gesellen sich relativ überschaubare schauspielerische Leistungen und leider auch eine jede Menge gängiger Klischees sowie eine manchmal suboptimale Synchronisation (zu der der Film natürlich nichts kann).

Gut sind die recht bunten und fast freakigen Schauspieler die zumindest in ihren Rollen optisch überzeugen können und auch einige Erfahrung mitbringen. Dazu kommt noch hier und diverse Soft-Erotik und viel nacktes Fleisch, bei dem die Frauen allerdings nur die attraktiven Verführerinnen sind und leider laut Drehbuch nicht zu mehr in der Lage sind.

HARD BOILED SWEETS langweilt einfach nach einer Weile und da helfen auch die durchgestylten Bilder, Designerwohnungen und oft ganz gefälligen Kameraschwenks nicht wirklich weiter. Der Kameramann ist noch der Beste der ganzen Filmtruppe wage ich mal zu behaupten. Aber dieses filmische Bonbon stößt im Nachhinein sogar noch sauer auf…

3/10 Bonbons....äh,....Punkten

Details
Ähnliche Filme