Verwandtschaft unabstreitbar
Affen könnte ich stundenlang zugucken,
egal ob sie schlafen, essen oder frech gegeneinander aufmucken.
Diese Disneydoku folgt einem neugeborenen Schimpansen,
von dramatischen Entwicklungen bis zu seinem Beginn mit im Kopf ganz vielen Fransen.
„Schimpansen“ kommt erstaunlich nahe ran,
man sieht förmlich den Racker reifen zu einem kleinen Mann.
Dabei gibt es natürlich den typischen Disneyzuckerguss,
doch artet das Ganze nie aus in Kindergeburtstag oder Stuss.
Man sieht sogar Todesfälle und gar kannibalistische Züge,
für die ganz Kleinen sicher ein Schock, selbst wenn ich persönlich dafür Disney alles andere als rüge.
Das Leben im Dschungel ist nunmal oft ungemütlich und hart,
egal wie dieser süße Junge ist schutzlos und zart.
Das Happy End ist zwar unumgänglich,
doch dass einem das Herz aufgeht ist es ebenso, egal wie sehr man meint zu sein männlich.
Tolle Bilder unserer nächsten Verwandten,
einige Dinge, die wir bisher weder wussten noch kannten.
Vom Streiche spielen über Revierverteidigung bis hin zur Adoption,
ist dieser Einblick eigen, mehr als nur ein BBC-Klon.
Klar gibt es bessere Erzählstimmen und manches kann wirken gestellt,
da sind die Macher vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschnellt.
Manchmal eher Dschungelbuch als Attenborough, eher Show als Berichterstattung,
dennoch würde ich attestieren, dass diese affige Rasselbande eine gute Version ist ihrer Gattung.
Fazit: süß und dunkel zugleich?! Manchmal ja. „Schimpansen“ ist trotz ein paar heftiger Szenen und Schicksalsschläge eine leicht zu guckende, familienfreundliche Naturdoku vom Disneyteam mit einem kleinen Oscar, den man nur lieben kann.