"Ich erlebe ein und denselben Tag immer wieder."
TV-Meteorologe Phil Connors (Bill Murray) ist eitel, egoistisch und zynisch. Seine Kollegen handelt er oberflächlich ab oder nutzt sie für seine Zwecke. Es ärgert ihn, dass er wie jedes Jahr für einen Sonderbericht in das ländliche Punxsutawney fahren muss um dort mit Produzentin Rita (Andie MacDowell) und Kameramann Larry (Chris Elliott) über den Murmeltiertag zu berichten. Der Tag verläuft überhaupt nicht nach Phil's Vorstellungen. Als er am nächsten Morgen aufwacht, spielt sich der Murmeltiertag mit den selben Ereignissen erneut ab. Zuerst denkt er, die Menschen um ihn würden ihn veralbern wollen. Aber auch am nächsten Morgen ist wieder der Murmeltiertag mit genau den gleichen Abläufen. Gefangen in einer Zeitschleife sucht Phil nach möglichen Auswegen.
Mit seiner Mischung aus zynischem und existenziellem Humor trifft "Und täglich grüsst das Murmeltier" auch nach Jahren den Nerv der Zeit. Das fantastisch angehauchte Komödiendrama ist aber nicht durchgehend nur lustig. In einer einzigartigen Kombination schafft es der Film das Publikum zum lachen und zum nachdenken anzuregen.
Das Thema Zeitschleife schien sich eher für ein Serienformat zu eignen. "Und täglich grüsst das Murmeltier" zeigt aber, dass mit genügend Abwechslung und einer ausgewogenen Mischung aus Witz und Anspruch auch mehr als 90 Minuten gefüllt werden können. Zwar werden einzelne Szenen gut und gerne mehrfach wiederholt, aber das verstärkt den psychischen Abstieg und die Verzweiflung des Protagonisten.
Zunächst ist der Film irre komisch. Hochfrequentiert zündet ein Gag nach dem anderen. Selten bekommt das Publikum eine längere Lachpause. Die Ideen dabei sind von alltäglich bis haarsträubend breit gefächert. Seinen Boden verliert "Und täglich grüsst das Murmeltier" dabei nie. Die Wandlungen der vorerst widerwärtigen Hauptfigur macht man zuerst mit einer Art Schadenfreude mit, bis sich mit der Zeit dann sogar etwas Mitleid und Verständnis dazugesellt.
In der Mitte bricht das bisherige Tempo ein. Die eingebundene Romanze wird ausgebaut und kann ihren Kitsch und die Klischees nicht abschütteln. Das zunächst seichte Drama baut sich zunächst auf. Erst im letzten Drittel wird "Und täglich grüsst das Murmeltier" sogar unerwartet anspruchsvoll, jedoch verliert er seine lebensbejahende Einstellung nie. Überraschungen gibt es dann aber keine mehr.
Bill Murray ("Moonrise Kingdom", "Ghostbusters"-Reihe) sticht aus den charmanten Darstellern heraus. Ähnlich seiner Rolle in "Die Geister, die ich rief" spielt er seine ambivalente Figur sehr ausdrucksstark und hat ohnehin eine enorm hohe visuelle Präsenz. Andie MacDowell ("Greystoke - Die Legende von Tarzan, Herr der Affen") hat es dagegen sichtbar schwer, mehr als nur durch ein sympathisches Gesicht aufzufallen.
Dass "Und täglich grüsst das Murmeltier" in der zweiten Hälfte etwas langatmiger wird, ist die größte Schwäche, des ansonsten sehr spaßigen Kömidiendramas mit Fantasyeinschlag. Der Humor zündet fast immer, das Tempo ist besonders bis zu Hälfte außergewöhnlich flott und die Schauspieler funktionieren. Da nimmt man das etwas zu perfekte Ende und die teils überladenen Ereignisse gerne hin.
8 / 10