Review

Im Grunde direkt an den erfolgreichen Vorgänger anschließende, die Geschichte aber durchaus in die Variation und damit auch einen anderen Tonfall betreibende Fortsetzung, die erneut zum Sommertermin gesetzt mit ähnlich hohen Einspiel die Voraussetzungen für die weiteren Kapitel der Happy Ghost Saga eröffnete. Dabei bewahrt man hinter der Kamera und vor allem auch in der Produktion das bereits bewährte Team, um in der Riege der Darsteller(innen) erneut auf die Newcomer und somit frischen Gesichter und Mit-Anreiz des Filmes zurückzugreifen. Gerade der Faktor der auch für die Zukunft vorausschauenden Besetzung, in der sich weniger auf die großen Namen als vielmehr das Talent in spe und die Attraktivität des Originellen verlassen wird, gibt der ansonsten altbackenen Geschichte und seiner scheinbar nötigen Moral auch diesmal ein wenig die Würze des Neuwertigen und den erhellenden Brennpunkt bei:

An der St. Elegance Schule, ein reines Mädcheninternat, beherrschen die "Meanies Club" Girls, allen voran Cherie Dai [ Fennie Yuen ], May Kang [ May Lo ] und Akina Chiu [ Victoria Suen Wa ] den Schauplatz. Die Neuankömmling Yiu KIng [ Charine Chan ] wird auch sofort unter ihre Fittiche genommen, bahnt sich doch auch erster Ärger mit dem Lehrpersonal an. Denn aufgrund steigender Fluktuation setzt die Schulleiterin [ Chan Man-na ] und ihr kriechender Deputy headmaster Chu [ Tsui Kwong-lam ] den frisch vom College kommenden Sam Hong [ Raymond Wong ] auf die stressige Mädchentruppe an. Dieser kann als Reinkarnation des Gelehrten Chu Jin-chun [ ebenfalls Raymond Wong ] aus der Ching-Dynastie auch mit Zauberkräften hantieren, was seinen Schülern vor allem beim Wassersportfest gegen die überaus gut eintrainierte Shantung Swimming Team [ unter Führung von Melvin Wong ] hilft. Und vielleicht auch bei der Lehrerin des benachbarten Shun Yee Shing Boys College, Miss Lo [ Jeanne Kanai ]. Doch die Aktionen der weiterhin unbelehrbaren "Meanies Club" arten zu gefährlicheren Resultaten aus.

Startend mit einer knappen Zusammenfassung des Erstlings in hervorscheinenden Szenen und der Einführung eines Kunstgriffes wird der Unterschied von der Weiterführung zum Vorgänger beizeiten deutlich gemacht. Dass man die Figur des Happy Ghost Chu Jin-chun hier in einer Reinkarnation und so in anderer Form wiederauferstehen lässt, öffnet sowohl weitere Türen im erzählerischen Raum, kann man jetzt den ansonsten zu Auffälligen und nur für einige Auserwählte Sichtbaren nun doch inmitten der Gesellschaft selber platzieren.  Zudem macht sich die Abkehr von dem bereits Erzählten nicht weiter bemerkbar, ist man doch jetzt an einem gänzlich anderen Ort und zusätzlich in einer komplett anderen Zeit; obwohl der Sprung dahin selber ein narrativer Fauxpas schlechthin ist, müsste der Vorläufer dann doch in den Fünfzigern statt den Achtzigern spielen. Letztlich wird sich natürlich nicht weiter um derlei Unwahrscheinlichkeiten und (bis auf eine zweimalige Rückkehr zum Tempel) großartig weitere Verweise gekümmert, wobei die Abkehr dessen der Stimmung so gar nicht, der Mannigfaltigkeit aber schon zuträglich ist.

Denn so wird hier tatsächlich eine neue Ära, wenn auch keine besonders angenehm erscheinende begonnen. Befindet man sich erneut, aber diesmal an einem recht aufrührerisch wirkenden, lauten und mit Unruhe geprägten Mädcheninternat, welches mit dem Ideal der Beschaulichkeit und der Tugend von einst nicht mehr viel zu tun und eine Hinführung dahin trotz später Umkehrung im Geiste auch gar nichts am Hut hat. Nicht bloß, dass die Mädchentruppe im Augenschein bereits auf Streiche bis hin zur Sach- und Rufbeschädigung und versuchter Körperverletzung fixiert ist, so wird auch das Unschuldige im Ausdruck und die ehedem allgemeine Harmlosigkeit bis hin zur Naivität hier von vornherein ad absurdum geführt. Der einzige Debütant ist der wiedergeborene Happy Ghost selber, der hinzukommend auch gar nicht glücklich, sondern vielmehr als allein und gehänselt und mit seinen übernatürlichen Kräften auch geplagt beschrieben wird. Entsprechend dessen ist das Gefälle und seine Bewegungsenergie von lauter Unterhaltung bis hin zum drohenden Zeigefinger und auch dem Tränenfluss hier höher, was dem ansonsten wiederum schon leichtfüßig -ungezwungen inszenierten Werk doch weitaus mehr Spitzen als dem friedfertig-frommen Erstling beigibt.

Durch die Veränderung des Klimas und der Beimischung extremer Akzente fällt auch die Wiedergabe eigentlich bekannter Situationen nicht auf, wird gerade der sportliche Bereich hier erneut, wenn auch nur größer und eigentlich auch mit der gescheiteren Verwendung von Spezialeffekten formuliert. Mittel und Methoden der Leistungsgesellschaft sind dabei vor allem auch durch eine Rücksichtslosigkeit schlechthin gekennzeichnet, die in fast jedem Scherz noch die unverkennbare Bosheit dahinter (und in der Produktion auch die eifrige Kommerzialität, nicht nur im schamlosen product placement) präsentiert. Auch die Figuren, obwohl mit 15-17 Lenzen im selben zarten Alter wie ihre ehemaligen Geschlechtsgenossinnen, sind bereits den Kinderschuhen erwachsen, wie der Film forscher im Auftritt, kümmern sich auch gar nicht mehr weiter um die andere Gattung, was den Part der Romanze hier den Älteren in ihrem quasi zweiten Frühling der Liebe zuschiebt.

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