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Jahre lang gab es in der deutschen Indy-Szene hauptsächlich blutgeile Splatterprolls, aber nun scheint eine neue Brut von Regisseuren heranzuwachsen, die sich für begnadete Kunstfilmer halten und allzu oft die Aussagekraft hinter den Bildern in ihren Werken maßlos überschätzen. Jan Soldat hat schon einiges drauf, aber sein INTERIM gehört definitiv nicht zu seinen Vorzeigebeiträgen. Der Künstler mag seinen wortkargen Shortie als Parabel auf die Gefühllosigkeit in unserer modernen Gesellschaft verstehen, auf unerfüllte Sehnsüchte, auf Verdrängung, innere Leere, usw., doch der nüchterne Betrachter sieht vor allem nur eine apathische Blondine, die sich anteilnahmelos von diversen Bettbekanntschaften gehörig durchnudeln lässt. Das ist langweiliger und verquaster Firlefanz, wie er etwa um 3:00 Uhr morgens auf arte läuft, und gerade noch so obszön, dass die betuchten Intellektuellen aufschrecken.

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