Ein für mich sehr überschätzter Film.
Ähnlich wie in der Pate und eigentlich den meisten Mafiafilmen gibt es weniger eine feste geradlinige Story, als vielmehr ein Lebensporträt eines Gangsters. In diesem Falle wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Henry Hill verfilmt. Er bewunderte schon in seiner Kindheit die Gangster in seiner Stadt und wollte zu ihnen gehören, das war immer sein Ziel. Daher übernahm er anfangs kleine Jobs für sie, stieg die Karriereleiter aber nach und nach auf. Bald gehört er zu den ganz großen Tieren und macht mit seinen Kollegen Jimmy (Robert de Niro) und Tommy (Joe Pesci) das ein oder andere krumme Ding. Dabei gibt es wie immer die Höhen und Tiefen eines Gangsterlebens.
Der Film ist von 1990, also deutlich jünger als der Pate. Und in dessen Tradition sollte der Film wohl auch gedreht werden. Die Handlung ist leider nichts Neues und das hat mich schon etwas gestört, denn er ähnelt allen anderen Mafiafilmen offensichtlich und ich wüsste jetzt spontan nichts, was ihn in dieser Hinsicht speziell machen würde. Dadurch kann der Film einen auch nicht im höchsten Maße mitreißen, man glaubt alles schonmal gesehen zu haben und erlebt keine wirklichen Überraschungen. Daher meine "schlechte" Bewertung von 6 Punkten.
Doch man muss ehrlich sein. Die Umsetzung ist ziemlich stark. Die Locations sind immer toll ausgewählt und geben das Mafiafeeling gut wieder. Am besten haben mir am Film aber die Schauspieler gefallen. Ray Liotta als Henry spielt seine Rolle sehr überzeugend, ebenso wie Joe Pesci den Tommy. Über alle anderen erhoben werden muss Robert De Niro. Es ist ein riesiger Spaß ihm zuzuschauen, weil er seine Rolle einfach nur perfekt verkörpert. Er wäre sicherlich auch ein guter Pate gewesen. Die Brutalität im Film ist wohl dosiert und wird mit der nötigen Härte dargestellt. Auch hier kann der Film also punkten.
Eigentlich, das fällt mir jetzt auf, ist der Film weitestgehend sehr gut gemacht und erfüllt auch alle Voraussetzungen, die einem Schmuckstück an Film gerecht werden. Aber es fehlt einfach was und der Film gehört auf gar keinen Fall zu den Top 100, wenn ihr mich fragt. Deswegen gebe ich auch nur 6 Punkte, damit er vielleicht wenigstens ein kleines bisschen von Wolke 7 gehoben werden kann.
Wie in jedem Film hat übrigens Samuel L. Jackson auch hier zumindest eine kleine Rolle erhalten. Ich habe ja die Vermutung, dass Samuel L. Jackson in absolut allen Filmen mitspielt ;-)
Fazit: Ein guter Film, aber nicht annähernd so mitreißend wie vergleichbare Mafiawerke. Am besten wohl geeignet für noch nicht Mafiafilm erprobte Zuschauer, die sich auf das Terrain vorwagen wollen. Auf diese Weise könnten sie danach noch Steigerungen in der Filmqualität erreichen. Beispielsweise "Es war einmal in Amerika" oder, natürlich an oberster Stelle, alle drei Pate Teile! Euer
Don