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Eilmeldung aus Tokio: Ohne Vorwarnung verwandeln sich plötzlich unbescholtene Bürger in… nein, nicht Zombies, viel schlimmer: Vergewaltiger-Zombies. Hirntote, stöhnende, mit gestreckten Armen vor sich hin laufende und aus allen Körperöffnungen blutende Vergewaltiger-Zombies. Genau. Die geilen Scheintoten lassen sich nur töten, indem man ihnen – na, wer kommt als erster drauf!? – den Pillermann abschneidet. Eine Gruppe von jungen, keuschen Damen hat sich in einem verlassenen Kloster außerhalb der Stadt verschanzt…

Was machen die Japaner nach der Fukoshima-Katastrophe eigentlich für Filme? Jetzt wissen wir’s! So Filme wie LUST OF THE DEAD eben. Von Regisseur Naoyuki Tomomatsu kam jedoch schon vor der Beinahe-Kernschmelze überaus verstrahlte Produkte, wie z.B. STACY, EAT THE SCHOOLGIRL, EROTIBOT und VAMPIRE GIRL VS. FRANKENSTEIN GIRL. An dem erhöhten Urangehalt im Trinkwasser kann’s also nicht liegen, dass die Japaner irgendwie einen an der Waffel zu haben scheinen.
LUST OF THE DEAD ist angelehnt an Romeros Zombie-Klassiker NIGHT OF THE LIVING DEAD und DAWN OF THE DEAD, nur eben mit einer deftigen Prise „Pink Eiga“-Erotik. Was Erotik anbelangt, so waren die Japsen ja schon immer etwas extremer. Einem Film, der derart durchdrungen von „Vergewaltigungserotik“ ist, noch etwas Animierendes abzugewinnen, wirkt auf uns westliche Gemüter gewiss arg befremdlich. Vielleicht wollte Regisseur Tomomatsu aber auch Kritik an der Übersexualisierung der Moderne oder dem sexuellen Hedonismus, wie er in dem von Porno verschmutzten Verstand japanischer Männer vorherrscht, üben. Pro: Emanzipation – Japanerinnen erhebt euch! …Vielleicht ist Tomomatsu aber schlichtweg eine perverse Sau und die ganze japanische Filmindustrie gleich mit.

Egal. LUST OF THE DEAD bietet jedenfalls teilweise ganz annehmbaren Splattertrash. Es fliegen Köpfe, Extremitäten, seltsamer Weise aber keine Genitalien. Auch die Idee mit den vor Geilheit rasenden Untoten zaubert einem so manches Lächeln in die Blut verkrustete Fratze. Kopulierende Zombies gab’s zuletzt in BRAINDEAD, THE NECRO FILES oder D’Amatos PORNO HOLOCAUST. Der Streifen ist aber weder sonderlich brutal, noch erotisch und spannend schon gleich dreimal nicht. Da helfen selbst so hübsche Darstellerinnen wie die kesse Asami (BATTLE GIRLS VS. YAKUZA, MACHINE GIRL) nicht mehr viel.

Splatter: (+)(+)(-)(-)(-)
Humor: (+)(+)(+)(-)(-)
Erotik: (+)(?)(?)(?)(?)

Fazit:
Weder komabrutaler Splattertrash im Stile von TOKYO GORE POLICE, noch ultra perverser Japan-Sicko á la ALL NIGHT LONG oder KICHIKU. Eben für alle, die Zombie-Vergewaltigungen irgendwie erregend finden…

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