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US-Regisseur Lewis Teague („Der Horror-Alligator“) setzte 1983 Stephen Kings Tierhorror-Roman um einen tollwütigen Bernhardiner für die Leinwand um; zwei Jahre später verfilmte er mit „Katzenauge“ erneut King, bevor er sich 1990 für militaristische Propagandazwecke („Navy Seals“) einspannen ließ. Auch hier ist mir die Literaturvorlage unbekannt.

Zunächst einmal dauert es sehr lange, bis wirklich etwas passiert. Man muss schon eine Vorliebe für US-Kleinstadt-Soaps haben, um von der ersten Dreiviertelstunde vollauf begeistert zu werden. Während die eigentlich gar nicht so spannenden Charaktere ausführlich vorgestellt werden, versüßt eine dynamische Kameraarbeit Jan de Bonts mit Gespür für stimmige Bilder aber die Wartezeit ziemlich gut und Dee Wallace spielt auffallend glaubwürdig eine unglückliche Ehefrau und Mutter.

Als die rasende Töle dann endlich auf Mutter und Kind trifft, bekommt der Film seinen ausgiebigen Terrorpart. Obwohl es, wie bei derartigen Filmen häufig der Fall, recht vorhersehbar ist, wie es ausgehen wird, kommt dank der sehr gelungenen Inszenierung dennoch Spannung auf. Cujo wurde sehr furchterregend zurechtgemacht, seine Dressur erlaubt im Zusammenhang mit meisterlicher Schnitttechnik und Kameraführung die perfekte Illusion des wütenden Untiers.

Damit ist „Cujo“ ein unterhaltsamer, kurzweiliges Stück Tierhorror, das auch Kings typisches Kleinstadtflair atmet. Sehr souverän in eigentlich allen Belangen, aber auch ein bisschen unspektakulär.

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