Das belgische Regieduo Gaillard/Robin erblickte offenbar mehr als nur einen Giallo und fühlte sich daraufhin augenscheinlich verpflichtet, diesem Genre eine Art Hommage zukommen zu lassen, was sich im Endeffekt jedoch eher wie ein uninspirierter Slasher äußert.
In einem abgelegenen alten Haus befindet sich ein wertvolles Gemälde, das Portrait einer einst verbrannten Hexe. Ein Killer hat bereits zwei Leichen um sich und befindet sich auf der Suche nach dem Gemälde, als ein paar Freunde der Hausbesitzern vorbeikommen...
Warum das ominöse Gemälde so wertvoll sein soll, erschließt sich zu keiner Zeit, obgleich eine Handvoll Flashbacks bemüht wird, um so etwas wie einen historischen Background zu liefern. Als der Killer das Haus betritt, hat eine Frau bereits ihre Schwester umgebracht, so dass er vorerst nur eine Person aus dem Weg räumen muss, während die kurz darauf eintreffenden Gäste allesamt unsympathisch rüberkommen, da sie entweder nur an die schnelle Nummer denken oder gleich nackt in die Wanne springen. Immerhin bleibt noch Zeit für eine Seance, bei der erstaunlicherweise kein Wort gesprochen wird und dennoch jemand vor Erschütterung nahezu ins Koma fällt.
Die anschließenden Kills gehen indes recht fix vonstatten, denn der adrette Killer mit Anzug, Sonnenbrille und schwarzem Handschuh fackelt nicht lange, setzt vorzugsweise seinen Metallhandschuh mit Nägeln ein und nimmt sich zwischendurch ein wenig Zeit, einen guten Tropfen sichtlich zu genießen. Die handgemachten Effekte sehen soweit ganz okay aus und Splatterfreunde erhalten ein Beil im Körper, zwei geöffnete Kehlen, ein paar Peitschenhiebe und eine Machete im Gesicht, doch Spannung kommt erst zum Finale auf, als ein kleines Katz - und Maus-Spiel quer durchs Haus stattfindet.
Der Synthie-Score erinnert natürlich nicht von ungefähr an die Klänge von "Goblin", wobei einige Themen etwas zu schräg klingen, um dauerhaft zur Atmosphäre beizutragen. Darstellerisch wird demgegenüber ein recht schwaches Niveau abgeliefert und auch sonst kann die primitive Optik zu keiner Zeit verzücken, denn überstrapazierte Farbfilter, Weichzeichner und ungünstige Kamerapositionen spiegeln das Gegenteil eines gut gemachten Giallos wider.
Ansonsten leidet das Geschehen primär an der eindimensionalen Geschichte, welche trotz ihrer kurzen Laufzeit von 71 Minuten (nicht viel mehr als eine Stunde ohne Credits) mit einigen unnötigen Lückenfüllern daherkommt und zu keiner Zeit mitfiebern lässt.
Die Goreeffekte kaschieren noch ein wenig, doch am Ende bleibt ein uninspirierter Slasher, der nicht viel mehr bietet, als ein wenig nackte Haut und halbwegs passabel in Szene gesetzte Morde.
3,5 von 10