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Spanische Horrorbeiträge haben uns gute Kost in den letzten Jahren beschert, auch wenn das Label "präsentiert von del Toro" nicht mit dabei war. THE PATH – DUNKLE PFADE verfügt schon über eine ruhige Kameraführung und eine atmosphärische Musik wie sie zu einem guten Psychothriller gehört. Leider fehlen allerdings eine überwiegend eigene Note, Kreativität oder gute Ideen und Überraschungen, die ihn aus der soliden Mittelmäßigkeit entlassen hätten. Dabei hat er nicht nur die oben genannten Eigenschaften, sondern auch einen erstaunlich intensiv agierenden Hauptdarsteller, der alle anderen fast ein wenig in den Schatten stellt. Allerdings fehlen eine Reihe von Erklärungsmustern für diverse Handlungen und Motivationen der Protagonisten.

Schade. Eigentlich beginnt THE PATH ganz stimmungsvoll mit seinen blau-kalten Bildern von nackten Füßen im Schnee, die sich in die Richtung der Erfüllung eines finalen Aktes begeben. Die Story selbst von Raul und Ana, die zur Rettung der Beziehung ein paar Tage in einer einsamen Berghütte verbringen, hat ein klassisches Szenario bei dem der erfahrene Thriller und Horror Zuschauer weiß, dass diese Geschichte nicht so gradlinig und verbindlich weiter geführt wird. Es dauert zwar eine Weile bis die Spannung steigt, aber dann sorgen bedrückende schwarz-blaue Bilder mit Wolfgeheul an unerwarteten Stellen und verfremdete Rückblenden mit Gedankenfetzen dafür, dass man sich über die Vorgeschichte von Raul Gedanken macht.

Es gibt Bilder mit Blut, verfremdete surreale Zeitlupenaufnahmen und psychologische starke Symbole die oft genug für ausreichenden Suspense sorgen. Geschickt wird der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, ob THE PATH handlungsseitig den Weg mehr in die Gefilde gepflegten Psychohorrors einnimmt, ob die durchaus vorhandenen Mysteryelemente weiter ausgebaut wird oder ob sogar eine irgendwie geartete Inkarnation oder Manifestation des Bösen stattfindet. Grafische Gewalt ist von Anfang an Nebensache und trotzdem sorgt die Enthauptung eines Tieres mit einer Kettensäge für eine gelungene Actionspitze in THE PATH.

Der Film zieht seinen Look, die hochwertige technische Umsetzung und seine Prinzipien sehr konsistent und konsequent bis zum Ende durch und punktet auch hier durch seine klare Ausrichtung. Es scheint der Erstlingsfilm von Regisseur Miguel Ángel Toledo Erstling zu sein und dafür darf er sich auch wild bei Stephen King und anderen bedienen. Das haben diese auch in ihren jungen Jahren getan. Deswegen darf ich dem leicht zähen und nicht immer logischen, aber handwerklich sehr gut gelungen Psychothriller versuchen angemessen zu würdigen. Es ist kein Film für das "Alltime-Favorites-Regal", aber eine einmalige Sichtung als Psychohorrorfan wird THE PATH gerecht.

5,5/10 Hundeköpfen….äh,….Punkten

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