kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.05.2014
Das Einzelschicksal einer Familie macht sich das Katastrophen-Melodram zu eigen, um vielleicht im weitesten Sinne darauf aufmerksam zu machen, welche Auswirkungen eine Naturkatasrophe auf Individuen haben kann; eine Leistung, die verwaschene Amateurbilder aus den Nachrichten nicht zu bringen imstande sind, weil sie einfach zu abstrakt, eben „unvorstellbar“ sind. Zwar hangelt sich der Regisseur trotz des „true story“-Unterbaus an erzählerischen Klischees entlang (besonders später, als ein Junge durch kleine Dienste an den Hilflosen Großes vollbringt), allerdings lässt das Resultat unter Garantie nicht kalt. Die gewählte Perspektive ist gnadenlos, nichts entgeht dem offenen Auge der Kamera in der Mittendrin-Position, auch nicht unangenehme Situationen (wie die vor dem eigenen Sohn entblößte Brust), wodurch ein extremes Maß an Empathie erzeugt wird, was den Zuschauer intensiv mitfiebern lässt. An den größeren wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Konsequenzen des Tsunamis hält sich „The Impossible“ in der Folge gar nicht erst auf, womit man ihm eine gewisse Oberflächlichkeit unterstellen könnte, da das Interesse rein auf den dramaturgischen Faktor beschränkt ist. Aber er ist einfach so soghaft umgesetzt, auch dank der starken Leistungen von Watts, McGregor und der Kinderdarsteller, dass man diese Vorwürfe kaum stellen möchte.
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