Raymond Saxx, erfolgreicher Plattenproduzent aus L.A., erwacht nach durchzechter Nacht im Gefängnis und wird, da er sich im Drogenrausch kaum verständlich machen kann, von einem korrupten Cop, der scharf auf ihn ist, eingewiesen in eine bizarre Gemeinschaftszelle, geschaffen ausschließlich für homo- und transsexuelle Gefangene. Dort muss sich der Knabe aus bestem Hause gegen dreiste Übergriffe aller Art verteidigen, doch schließt er auch Freundschaft mit dem einen oder anderen. Dann erfährt er seine Anklage: Mord!
Es ist schon ein ziemlich skurriler Knast-Film, den Jules Stewart mit seinem Regie-Erstling vorliegt. Dabei sollte man allerdings anmerken, das man "K-11" keinesfalls als ernsthaftes Drama ansehen sollte, sondern die Geschichte vielmehr aus der Sicht eines Trash-Liebhabers betrachten sollte. Nur so funktioniert nämlich das groteske Szenario, das seine Vorzüge sicherlich nicht in einer tiefer gehenden Geschichte sucht, sondern vielmehr die vollkommen abstrusen Charaktere in den Vordergrund rückt, von denen hier eine ganze Menge mit an Bord sind. So wird man dann auch gleich zu Beginn mit der Nase darauf gestoßen das es sich auf keinen Fall um einen der üblichen Gefängnis-Filme handelt, denn die Zusammensetzung der Figuren im Bereich "K-11" könnte nicht abwegiger sein. Homosexuelle-und Transsexuelle geben sich die Klinke in die Hand und Hauptfigur Raymond fragt sich nicht umsonst, wo er hier eigentlich gelandet ist. Passend dazu bekommt der Zuschauer selbstverständlich auch den vollkommen korrupten Aufseher präsentiert, der sich jedoch auch ziemlich grundlegend von den ansonsten üblichen Typen unterscheidet.
Warum der Film die relativ hohe Alterseinstufung erhalten hat wird auch äußerst schnell klar, wird hier doch mit Kraftausdrücken und sexuellen Anspielungen nur so um sich geworfen. Wer also die Hoffnung hatte das sich die 18er Freigabe auf einen explizit hohen Härtegrad bezieht wird ziemlich enttäuscht sein, denn in dieser Beziehung hat das Werk nicht wirklich etwas zu bieten. Die im Netz veröffentlichten Kritiken sind ja relativ vernichtend und zugegebenermaßen hat "K-11 - Der Knast" in rein filmischer Hinsicht nicht viel zu bieten, doch vom Unterhaltungswert her gesehen bekommt man gut 85 Minuten kurzweilige Kost geboten, die allerdings schwerlich einen echten Sinn ergeben will. So werden die Hintergründe über Raymond's Verhaftung nur oberflächlich thematisiert und nehmen so einen recht untergeordneten Teil in diesem bizarren Geschehen ein.
Stattdessen wird man ständig mit der Hierarchie in diesem seltsamen Zellenblock konfrontiert und bekommt einen tieferen Einblick in die kuriosen Machenschaften, die zwischen Gefangenen und Wachpersonal herrschen. Vergewaltigung, Korruption und unverhohlener Drogenhandel stehen dabei im Mittelpunkt und insbesondere erwähnter Aufseher nimmt bei diesen Dingen eine zentrale Funktion ein. Zum Ende hin wird dann zumindest noch ein wenig Aufklärung im Bezug auf die Hauptfigur betrieben, was das kuriose Drehbuch aber auch nicht wirklich retten kann. Zu wirr und stellenweise sinnfrei gestaltet sich die Story, die aber trotz-oder gerade wegen etlicher Defizite ungemein unterhaltsam daher kommt.
Letztendlich werden viele Leute das vollkommen anders bewerten, doch aus der Sicht eines trashigen Filmeerlebnisses kann "K-11" durchaus überzeugen und bietet dabei einen absolut hanebüchenen Mix, den man auf keinen Fall zu ernst nehmen sollte. Die Ansammlung der verschiedensten Charaktere verleiht dem Ganzen eine bunte-und abwegige Note und ist somit das absolute Highlight eines Filmes, den man keinesfalls mit normalen Maßstäben messen sollte. Logik und nachvollziehbare Handlungen sollte der Zuschauer so auch nicht unbedingt erwarten, denn diese Dinge scheinen innerhalb der Geschichte ein absolutes Fremdwort zu sein. Ich hatte jedenfalls durchaus meinen Spaß an diesem vollkommen abstrusen Werk und kann zumindest für die Freunde des Trash-Filmes eine Empfehlung aussprechen.
Fazit:
Unglaubwürdig, streckenweise ohne jeglichen Sinn, aber gerade aufgrund dieser Mankos extrem unterhaltsam, diese Beschreibung trifft wohl am besten auf "K-11 - Der Knast" zu. Jenseits jeglicher Logik angesiedelt offenbart sich eine hanebüchene Story, die man jederzeit mit einem Augenzwinkern betrachten sollte, denn wirklich ernst nehmen kann man diese Produktion sicherlich nicht.
5/10