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Wenn zwei bekannte Gesichter wie Ving Rhames und Val Kilmer das Cover eines augenscheinlichen Geisterfilms zieren, ist entweder die Story zu lasch, um andere Merkmale des Streifens in den Vordergrund zu rücken oder sie dienen als reiner Werbezweck, um ein möglichst breit gefächertes Publikum anzulocken.
Beides mag zutreffen, denn bis auf diese B-Mimen hat der Film rein gar nichts zu bieten.

Als ein Kleinbus mit unterschiedlichen, teilweise nicht einander vertrauten Leuten vor einen Baum knallt, schreitet Jack (Ving Rhames) ein und bietet den Gestrandeten Unterschlupf in seinem Haus an, da ein Unwetter in der Luft liegt.
Doch das Haus scheint einen geisterhaften Hintergrund zu besitzen, den auch bald die Gäste zu spüren bekommen…

Auch wenn die Exposition, welche vor hundert Jahren angesiedelt ist, noch ein paar atmosphärische Akzente setzen kann, deuten die Geschehnisse, als ein Junge wie unter Hypnose den Rest seiner Familie umbringt, bereits darauf hin, welcher Fluch einmal mehr über die potentiellen Opfer in der Jetztzeit hereinbrechen dürfte.
Die Figurenzeichnungen sind indes äußerst vage: Zwei etwas ungleiche, aber recht sympathische Brüder, ein Arzt und ein zerstrittenes Pärchen werden anhand kurz gehaltener Dialoge eingeführt, hinzu kommt die ominöse Bedienung einer Tankselle und Gastgeber Jack, dem von vornherein etwas Mystisches und Orakelhaftes anheftet.

Leider geht die geisterhafte Chose ab Einsatz des nächtlichen Gewitters komplett einfallslos zu Werke. Hier ein kurzes Erscheinen einer Geistergestalt im Spiegel des Badezimmers, dort eine weiß gekleidete Frau am Straßenrand, dazu Kinderlachen und eine weinende Stimme, - jedoch kein Schrecken, der auch nur ansatzweise Spannung oder Atmosphäre mit sich bringt.
Lediglich Jack vermag mit seinen nebulösen Andeutungen ein wenig Interesse aufrecht erhalten, während die Gruppe auf unerklärliche Weise dezimiert wird, denn anstatt eines gezeigten Mordes wird jeweils nur eine Leiche mit blutigen Spuren gefunden, so dass sich nur erahnen lässt, was den Opfern widerfahren sein könnte.

Entsprechend bringt das letzte Drittel keine überraschenden Aspekte ins Spiel, - was lange Zeit durchschaubar schien, bestätigt sich mit jeder Szene des Showdowns und führt keinerlei Überraschungen mit sich. Eher bleiben einige Hintergründe etwas schwammig, denn über etwaige Motive Betreffender erfährt man rein gar nichts und auch was es mit dem Fluch auf sich hat, wird nur oberflächlich angerissen und nicht weiter ausgeführt.

Auf darstellerischer Ebene können lediglich Ving Rhames und Luke Goss überzeugen, während Val Kilmer seine Rolle als Stinkstiefel eher lustlos herunterleiert und alle weiteren Mimen erst gar nicht weiter auffallen.
Kameratechnisch ziehen einige Vogelperspektiven zu Beginn die Aufmerksamkeit auf sich, doch im Verlauf kommen die Bilder nicht über ein passables Niveau hinaus, während der Score zumindest versucht, ein wenig Stimmung zu erzeugen.

Im Gesamtbild kann „Seven Below“ also nicht überzeugen, denn die Geistergeschichte wirkt zu vage und undurchdacht, aufgrund des lahmen Erzählflusses und ausbleibender Schockmomente stellt sich rasch Langeweile ein und auch der Showdown bleibt so dröge wie die minimale Ausstattung der Schauplätze.
Suspense und Atmosphäre sucht man vergeblich, während die wenigen Spukeinlagen selbst Neulinge kaum in ihren Bann ziehen dürften, - ein völlig uninspiriertes, schwach konstruiertes Werk, welches selbst Nerds auf dem Gebiet der Geisterfilme ohne Bedenken auslassen können.
3 von 10

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