Das Horrorgenre...
Ein Genre, das durch eine Überflutung von Produktionen Jahr für Jahr dem Zuschauer immer wieder die gleichen Storys, gleichen Charktere und Effekte bietet.
Wenn man sich nicht mit dem immerwährenden Gefühl des "Das hab ich so doch schonmal gesehen" qüälen will, muss man sich durch unzählige Filme quälen um etwas neues oder zumindest neue Ansätze zu entdecken.
Mit seinem Regiedebüt "Citadel" hat Regiesseur Ciaran Foy einen Film geschaffen, welchen ich mir nach Sichtung des Trailers anders vorgestellt habe und der während der Abspann rollt, zum nachdenken anregt.
Story:
Tommy (Aneurin Barnard) muss während er in einem defekten Aufzug festsitzt mit ansehen wie seine schwangere Frau von einger Gruppe Kindern attackiert wird. Als die Frau nach monate langem Koma stirbt, überlebt das Baby. Der seit dem Vorfall unter angstzuständen leidende Tommy, versucht das Kind alleine aufzuziehen. Als seine Tochter von Kindern entführt wird, muss er sich seinen Ängsten stellen und zurück in das Hochhaus gehen, in welchem seine Frau getötet wurde. Mit Hilfe eines Pfarrers (James Cosmo) welcher von vielen für verrückt gehalten wird, stellt er sich dem Kampf.
Als ich mir den Trailer zu dieser irischen Produktion angeschaut habe, wurden in mir Erwartungen an einen intensiven möglicherweisen blutigen Horrorthriller erweckt, der an die harte Kost des in den letzten Jahren explodierenten französichen Kinos errinert.
Ich kann sagen das wird hier sicherlich nicht geboten.
Denn "Citadel" setzt viel mehr auf seinen Hauptcharakter, düstere Stimmung und eine Auflösung welche erst nach einigen Minuten des Films klar wird.
Völlig ohne Humor vermittelt der Film schon nach wenigen Minuten eine depressive und triste Grundstimmung welche schnell den Zuschauer mitreißt. Die Straßen dunkel und Menschenleer, wenn man mal einen Menschen antrifft ist dieser Mies gelaunt und scheut jeden Kontakt. Dazu ein immer wieder aufkommender Soundtrack der kommende unheilbringende Erreignisse erahnen lässt.
Ciaran Foy sind diese Einstellung von den tristen Straßen und Gängen wirklich sehr gut gelungen und wissen einen Schauer aufzubauen.
Die immer wieder auftrettenden brutal erscheindenen Kids, welche in Kaputzenpullis gehüllt sind, vermitteln ein unwohles Gefühl beim Zuschauer. Dies liegt vorallem daran, das man nicht direkt erkennt mit was man es hier zu tun hat. Die Gesichter bleiben bis zu einem späteren Zeitpunkt von den Kaputzen verdeckt, sodass sich der Zuschauer stets fragt mit welch einer Art von Bedrohung man es hier zu tun hat. SInd die Kinder Menschen? Monster? oder sonst irgendwas?
Im späteren Verlauf des Films, soll diese Frage aber definitiv beantwortet werden.
In Sachen Gewalt beschränkt sich Foy auf ein Minimum und verleiht dem Film dadurch einen realistischen Touch, der die spärlich eingefügten Gewaltszenen intensiviert.
Vielmehr wert auf den Charakter des Tommy gelegt, welcher den Film trägt und im weiteren Verlauf des Films noch eine wichtige Rolle spielt. (Klar die Hauptrolle ist immer wichtiger, aber in diesem Film umso mehr, soviel kann ich ohne zu spoilern sagen). Aneurin Barnard liefert hierbei eine wirklich guten Job ab. Seine Angstzustände werden dabei gut rübergebracht und lassen den Filmgucker gut nachempfinden was wohl gerade in ihm vor geht. Der rest des kleinen Casts liefert ebenfalls eine solide Leistung ab ohne aber an Bernard heran zukommen.
Fazit:
Wer es auf einen Effektvollen No Brainer ohne Anspruch abgesehen hat, sollte von "Citadel" lieber die Finger lassen. Denn der Film setzt mehr auf Atmosphäre, Spannung und einen Endtwist welcher erst im nachhinein so richtig klar wird.
7 Punkte