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Was wäre das Kino ohne Stanley Kubrick? Was wäre der Horrorfilm ohne "The Shining“? Und was wäre "The Shining“ ohne Jack Nicholson wohl für ein Film geworden? Sehr beunruhigende Fragen…

Aus Stephen Kings Bestseller machte Kubrick „den ersten epischen Horrorfilm“, wie die Kritiker das Meisterwerk nannten: Jack Nicholson und die furchtbare Shelley Duvall (die Frau mit den Riesenohren war für den Razzie als schlechteste Schauspielerin nominiert) spielen ein Ehepaar, das mit ihrem kleinen Sohn für ein halbes Jahr in einem abgelegenen Hotel in Colorado eingeschneit ist. In diesem Hotel hat Nicholsons Vorgänger vor wenigen Jahren in einem Anfall von Wahnsinn seine Frau und seine beiden Töchter mit einer Axt getötet. Schon bald geht es auch Jack gar nicht mehr gut, und als er eine Axt zu greifen kriegt, fliehen Frau und Sohn über lange, gespenstische Korridore und in ein riesiges Labyrinth…

Zwölf Monate Drehzeit, eine Originallänge von knapp 200 Minuten (in Japan noch immer erhältlich!) – Kubrick schuf wahrlich ein episches Werk. Ganze Korridore wurden mit hunderten von Litern Filmblut überflutet, und Shelley Duvall verausgabte sich während des Drehs so sehr, dass sie anschliessend für einige Zeit in Therapie musste. Der Perfektionist Kubrick trieb seine Schauspieler an ihr Limit, was Nicholson sichtlich genoss.

Der eigentliche Star von "The Shining“ ist jedoch die Kamera: für die langen Fahrten über die endlosen Korridore „erfand“ Kubrick die steady cam, ohne die man sich das heutige Kino überhaupt gar nicht mehr vorstellen kann. Der Meister der Innovation hatte es mal wieder geschafft. Die IMDb, ansonsten ja eine etwas unzuverlässige und überflüssig-überbewertete Datenbank, zählt "The Shining“ unter die Top 100 der besten Filme aller Zeiten. Kubrick drehte erst Jahre acht Jahre später wieder einen Film: "Full Metal Jacket“.

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