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Shining, was soll das sein? Eine Unterhaltung, ohne dabei zu sprechen. So erklärt Halloran seinem Schützling Danny dessen übernatürliche Fähigkeiten. Danny ist der kleine Junge von Wendy und Jack und muß mit seinen Eltern eine Wintersaison im abgeschiedenen Overlook-Hotel verbringen. Sein Vater ist zwar eigentlich Schriftsteller, aber naja, so richtig erfolgreich halt dann doch nicht. Um sich ein Zubrot zu verdienen nimmt er den Hausmeister-Job im Hotel an und ist eigentlich dafür zuständig, daß die Rohrleitungen nicht einfrieren und überhaupt alles in Schuß bleibt.

Seine Familie hingegen bleibt nicht gänzlich in Schuß. Ein ominöser Mr. Grady hat in vergangenen Tagen sein Unheil angerichtet und meint nun herumspuken zu müssen. Allerlei kruse Dinge ereignen sich, Jack wird sichtlich mitgenommen und verfällt zusehends, kann bald zwischen Wahn und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden. Das ominöse Zimmer 237 spielt ebenso eine Rolle wie die Phantombar – Kubrick inszeniert auf Steven Kings Romanvorlage einen Gruselschocker der vorallem mit psychologischen Komponenten glänzt und dank der souveränen Leistung von Jack Nicholson als Jack Torrance in die Annalen der Horrorfilmgeschichte einging.

Zahlreiche Szenen haben Berühmtheit erlangt, so z.B. das krakelig geschriebene Wort «REDRUM» (also Murder falsch herum) an der Zimmertüre, oder das aus dem Aufzugschacht schwappende Blut. Geist Grady versucht Jack mit allen Mitteln dazu zu bringen seine Familie abzuschlachten, motiviert den Familienvater ihnen «eine Lektion zu erteilen», als es schiefgeht hakt er nach mit der Ermahnung ihm solle nicht die notwendige Begeisterung in dieser Angelegenheit abhanden kommen und warnt ihn sogar vor dem Zuhilfekommen Halloranns: «Einen Nigger. Einen Niggerkoch!»

Herrlich sind die Szenen, teilweise fast unterhaltsam lustig wenn man sie alleinstehend für sich betrachtet – doch in der Summe überkommt einem ein Gruseln, Kubrick gelingt ein wirklicher Schocker mit einfachsten Mitteln. Gerade Nicholsons grimassierende Mimik präsentiert uns die permanente Bedrohung allgegenwärtig, selbst harmlose Sätze wie «Wendy, Du Licht meiner Lebensfreude, ich faß Dich nicht an» geraten so zum Horror.

«Shining» ist Pflicht und Grundausstattung jeder gepflegten Filmsammlung. Nicht vergessen: «Hiiiiiier ist Jacky!»

(8/10)

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