Jack Torrance übernimmt die Winterwache in einem Ferienhotel in den Rocky Mountains, das aufgrund der Schneestürme während der Wintermonate von der Außenwelt abgeschnitten sein wird. Lediglich um die Instandhaltung des Hotels muss er sich kümmern und wohnt dort solange mit seiner Frau und seinem 6 Jährigen Sohn. Ruhe kann er gut gebrauchen, so wie er es auch gegenüber dem Hotelmanager bei einem Art Vorstellungsgespräch erwähnt. Immerhin arbeitet er an einem Buch und kann die Isolation gut gebrauchen. Doch bald gerät Jack außer Kontrolle und verfällt dem Wahnsinn. Schuld daran sind Geister die zu ihm Sprechen. Der Rest seiner Familie ist in Gefahr.
"Shining" scheint auf den ersten Blick einer von vielen zu sein. Eine typische Horrorgeschichte, die ihren Schrecken aus der Isolation, den Verfall in den Wahnsinn und Geistern zieht. Irgendwie nichts neues, nichts Besonderes könnte man meinen.
Wären da nicht Ausnahme Regisseur Stanley Kubrick (Uhrwerk Orange, 2001) und Star Buchautor Stephen King, die für die Entstehung der Geschichte Verantwortlich sind. Allerdings fand Kubrick, schon immer bekannt für radikale Änderungen und eine Kompromisslose Arbeitsweise in King einen ebenso Engstirnigen Kontrahenten. Dieser war überhaupt nicht Begeistert von den ganzen Änderungen, die Kubrick an seiner Novelle vornahm und hetzte mit seiner Antipathie - die bis in die Öffentlichkeit drang - auch seine Fans gegen Kubrick auf.
Diese waren neben der stark abgeänderten Geschichte auch über die Besetzung des Hauptdarstellers (Jack Nicholson) sauer, weil sie ihn für unpassend Hielten. King sagte sogar in einem Interview, dass "Shining" die schlechteste Verfilmung seiner Bücher sei. Sicherlich nicht die feine Englische Art. Zum anderen kann man King's Unmut verstehen. Immerhin musste er sich während der Drehvorbereitungen Anrufe - Mitten in der Nacht - von Kubrick gefallen lassen, in denen er scheinbar Sinnlose Fragen gestellt bekam: "Glaubst du an Gott". Wer Kubrick kennt weis, dass dieser sich von Streitigkeiten und Miesmachern nicht negativ Beeinflussen lässt. Im Gegenteil, er lieferte mit “Shining“ einer seiner besten Filme ab, einer der besten Horrorfilme aller Zeiten.
Nachdem die letzten das Hotel verlassen haben und die Torrance Familie in der Eisigen Isolation zurückbleibt, beginnt einer der beängstigten Horrorodysseen der Filmgeschichte. Während Vater Jack durch die Geister, die zu ihm Sprechen langsam aber sicher dem Wahnsinn verfällt, verfügt Sohn Danny über eine seltenen Begabung, mit der er schreckliche Ereignisse voraus sehen kann. Mutter ffeef hat zwar von Anfang an ein ungutes Gefühl in der Magengegend, erkennt allerdings erst sehr spät den Ernst der Lage und muss Schlussendlich im unvergessenen Finale vorm Axtschwingenden Jack Flüchten.
Noch nie wurde Horror so gekonnt umgesetzt und in die Köpfe der Zuschauer gebannt. “Shining“ schürt die Angst mit einem unglaublichen. Viel mehr setzte Kubrick auf Andeutungen, einer geschickten und konstanten Steigerung der Angst. Selbst nach mehrfachem Hinschauen erkennt man immer wieder neue Details die das Unheil Andeuten. Der eigentliche Horror entsteht nicht aus den gezeigten Gewaltszenen, sondern im Kopf des Zuschauers. Das ist sicherlich das größte Kompliment, das man einem Horrorfilm machen kann und “Shining“ ist in dieser Kategorie ganz klar die Nummer 1.
Der König des Wahnsinns ist ganz klar Jack Nicholson. Eine Geste, ein Grinsen von ihm sagt mehr als Tausend Leichen und Gedärme. Hier kann er sich zum ersten Mal richtig austoben und sein ganzes Talent offen legen. Ich Empfehle an dieser Stelle die Dokumentation zum Film von Vivian Kubrick. Sehenswert ist diese gerade wegen des “Aufwärmtrainings“ von Jack Nicholson. Gleich wird die berühmte Axtszene gedreht und man sieht ihn auf und ab springen. Dabei brüllt er die ganze Zeit: “Ich werde dich umbringen du kleine Schlampe“ “Komm her ich werde deinen scheiß Kopf Zertrümmern“ und so weiter… Spätestens dort stellt sich die Frage ob Herr Nicholson gerade sein schier unbegrenztes Talent zeigt oder einfach nur Wahnsinnig ist.
“Shining“ ist ein Zeitloses Meisterwerk, das selbst Jahrzehnte nach Entstehung nichts an seiner Qualität und Faszination verloren hat. Jack Nicholson, der eh zu den größten Gehört, läuft hier zur absoluten Höchstform auf. Keiner kann den Wahnsinn besser spielen. Hinzu kommt der Meister persönlich: Stanley Kubrick. Er schafft mit seiner Versessenen Arbeitsweise wie immer einen Detailreichen Geniestreich, der voll von Andeutungen steckt. Ein Meilenstein des Horrorgenre, auf keinen Fall entgehen lassen. Hoffentlich halten eure Nerven stand ;).