Neben " Full Metal Jacket " ist " Shining " Stanley Kubrick´s bester und einprägenster Filmbeitrag. Die Grundidee stammt von Stephen King, welche dann zusammen mit Kubrick das Drehbuch schrieb. Der Kultregisseur ließ sich auch für diesen Film wieder sehr lange Zeit, fast fünf Jahre dauerte die Entstehung. Aber nicht umsonst ist " Shining " heute einer der besten und bekanntesten Genrebeiträge mit dem besten Jack Nicholson den man je gesehen hat. Selbst seine Darbietungen in " Chinatown " oder " Einer flog über das Kuckucksnest " kommen nicht an diese oscarreife Vorstellung heran.
Der Gelegenheitsautor Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt einen Hausmeisterposten in einem abgelegenen Berghotel, welches über den Winter geschlossen ist. Zusammen mit seiner Frau Wendy (Shelley Duvall) und seinem Sohn Danny (Danny Lloyd) wohnt er dort allein. Alles scheint in Ordnung zu sein, bis sich Jack immer mehr verändert. Er wird zunehmend aggressiver seiner Familie gegenüber und bekommt grausame Wahnvorstellungen und Alpträume. Irgendwann ist es dann soweit und Jack versucht seine Frau und Sohn zu töten. Gefangen im Schnee müssen Danny und Wendy um ihr Leben kämpfen, denn Jack ist völlig dem Wahnsinn verfallen.
Allein wegen Jack Nicholson sollte man sich diesen Film ansehen. Er liefert hier seine beste Vorstellung ab, kein Anderer Dasteller hätte die Reinkarnation des Bösen so intensiv darstellen können. Allein schon seine Gesichtsausdrücke, in denen man den Wahnsinn förmlich sehen kann, machen dem Zuschauer eine Gänsehaut. Nicholson lebt diese Rolle richtig aus, in einem Interview ließ er auch verlauten, dass er Angst vor sich selbst hatte. Aber auch Shelley Duvall macht ihre sehr gewöhnliche Ehefrau und Mutterrolle wirklich toll. Kubrick drillte seine Darsteller schon immer zu Höchstleistungen. Daher fällt auch die Performance des jungen Danny Lloyd, weder nervig noch lächerlich aus.
Es gibt auch kaum einen anderen Film, der eine so bedrückende und unheimliche Kulisse zu bieten hat. Kubrick nutzt das ganze Hotel perfekt aus, zelebriert vor allem die Einsamkeit, um das Ganze noch bedrohlicher wirken zu lassen. Draussen tobt ein schlimmer Schneesturm, es gibt also kein Entrinnen für Wendy und Danny. Daneben dieser schon fast bösartig wirkende Score, bei dem einen vom Zuhören schon die Nackenhärchen zu Berge stehen. Ich habe schon wirklich viele Filme dieser Art gesehen, aber noch fast Keiner davon konnte so eine hohe Spannung aufbauen und nebenbei so bedrohlich wirken.
Dabei fängt alles so friedlich an, mit schicken Naturaufnahmen, tollen Kamerafahrten, Jack scheint ein netter Typ zu sein, der seinem Sohn sogar zuvor noch schwört, dass er seiner Familie nie etwas antuen würde. Doch die Einsamkeit hat schon viele Menschen verändert. Jack zieht sich immer mehr zurück, wird aggressiver und beginnt mit sich selbst Monologe zu halten. Der Zuschauer kann sich zwar schon im Vorhinein denken, was Wendy und Danny zustoßen wird, aber Kubrick´s brillante Inszenierung macht aus dem eher einfacheren Stoff einen Nägelkauer. Ein Schock folgt dem Nächsten und man muss schon wirklich hartgesotten sein, um hier nicht zusammenzuzucken. Wenn ein ganzer Raum mit Blut überflutet wird, Jack seine grausamen Wahnvorstellungen hat, oder er seine Liebsten mit der Axt durch das Hotel jagt, hier wird das pure Grauen garantiert und das funktioniert bei Kubrick fast ohne Goreszenen.
Kissenkraller und Nägelkauer ist hier fast noch zu milde ausgedrückt. Wer sich in der höchsten Dimension gruseln oder gar schocken will, sollte sich " Shining " nicht entgehen lassen.