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Stanley Kubrick schuf mit „The Shining“ (basierend auf einem Stephen King Buch) einen packenden Psycho-Horrorstreifen, der heute zu den Besten seines Genres zählt:

Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt den Hausmeisterposten im eleganten, abgelegenen Overlook-Hotel, das den Winter über geschlossen hat. Dort wohnt er mit seiner Frau (Shelley Duvall) und seinem Sohn (Danny Lloyd). Die Einsamkeit scheint Jack schnell krank zu machen, schließlich entwickelt er sich zu einer Bedrohung für Frau und Kind und will das Hotel nicht mehr verlassen. Ist Jack schonmal im Overlook-Hotel gewesen? Die Antwort liegt in der grausigen Vergangenheit zwischen Wahnsinn und Mord.


Kubrick wendet sich in diesem nervenaufreibenden Film von den bisher bekannten Mustern des Horrorfilms ab. Sind bisher immer irgendwelche Zombies, Monster oder Killer im Kostüm als Bedrohung in Frage gekommen, so ist es diesmal ein Mensch der uns beschützen und lieben sollte – ein Mitglied der eigenen Familie. Bis zum Schluß ist unklar was in diesem Hotel vorgefallen ist, bzw. was es mit dem Shining eigentlich auf sich hat. Ist Torrance ein Psychopath oder waren hier die Geister der Vergangenheit am Werk? Eine Antwort wird nicht direkt serviert, die Interpretation bleibt dem Zuschauer überlassen.
Die Geschichte wurde in ein abgelegenes Hotel verlegt, indem schnell die Folgen der Isolation spürbar werden. Dabei ist die Kulisse für sich schon angsteinflössend. Die absolute Leere in diesem Hotel, mit seinen großen Räumlichkeiten und langen Gängen sorgt nicht gerade für Wohlbefinden. Kubrick schafft es mit genialen Kamerafahrten das einem dieser Ort schnell unheimlich wird. Die immer wieder einsetzenden grausigen Flashbacks verstärken dieses Gefühl - hier muß etwas furchtbares passiert sein! Einen wichtigen Beitrag zur zum schneiden dichten Atmosphäre tragen dabei die Schockeffekte (z.B. die Blutfontäne aus dem Aufzug etc.). Unterstützt wird dies vom unglaublich morbiden Score, als Musik kann man ihn nur schwer bezeichnen, der gewaltig am Nervenkostüm zerrt.

Getragen wird der Film aber in erster Linie von den Darstellern und auch hier beweist Kubrick Gespür. Shelley Duvall mimt die verängstigte Ehefrau hervorragend und auch Danny Lloyd spielt für ein Kind sehr glaubhaft. Den mit Abstand wichtigsten Part hat aber Jack Nicholson. Die Rolle des Jack Torrance wurde zu seinem Markenzeichen („Hiiiiier ist Jacky!“). Nicholson legt ein unglaubliches Minenspiel an den Tag, der Psychopath ist ihm ins Gesicht geschrieben. Den zunehmenden Realitätsverlust und der Fall in den Wahnsinn spielt Nicholson dermaßen glaubhaft, das schon allein seine Rolle den Film uneingeschränkt empfehlenswert macht. Zum Schluß ist vom Familienvater wenig übrig: als axtschwingendes Monster macht er Jagd auf Frau und Sohn, Jack Torrance kann man daher getrost auf eine Stufe stellen mit Hannibal Lector aus „Das Schweigen der Lämmer“.


„The Shining“ ist ein Meisterwerk des Horrorfilms und definitiv nichts für schwache Nerven. Stanley Kubrick beweist einmal mehr das er ein Ausnahmeregisseur ist, der allein mit Stilmitteln einen unglaublich atmosphärischen Film schaffen kann. Jack Nicholson zeigt in der Rolle des Psychopathen das er zu den Besten Hollywoods gehört. Ein Klassiker, unbedingt ansehen!

10/10 Punkten

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