Man(n) nehme eine große Portion "Thelma & Louise", einen ordentlichen Happen "Baise-moi" und klappere einige Stationen der Rape-and-Revenge-Filme der letzten Jahre ab und schon ergibt sich ein typischer Genrevertreter, von dem leider rein gar nichts hängen bleibt.
Shae (Danielle Panabaker) wird von ihrer wesentlich älteren Affäre Terry (Andrew Howard) sitzengelassen. Zur Ablenkung vertreibt sie sich die Zeit mit ihrer neuen Kollegin Lu (Nicole LaLiberte) und einigen Typen im Club. Die Nacht endet für Shae allerdings tragisch, da sie von einem der Kerle vergewaltigt wird. Nachdem eine Anzeige auf dem Polizeirevier kaum Aussicht auf Gerechtigkeit verspricht, nimmt Lu schließlich die blutigen Zügel in die Hand...
Ein durchaus passender Titel, denn das ungleiche Duo lehrt der Männerwelt (und sich selbst) das Fürchten. Lu ist dabei die Coole, welche scheinbar ohne jegliches Motiv auf Killertour geht, während Shae zunächst das typische Opfer präsentiert und von einigen Ereignissen verständlicherweise traumatisiert ist. Als sie dem erste Mord durch Lu beiwohnt, ist die Mischung aus entrücktem Lachen und anschließendem Erbrechen durchaus nachvollziehbar.
Damit endet jedoch der psychologische Tiefgang, denn etwaige Motive werden immer schwammiger, Charakterentwicklungen driften ins Unglaubwürdige ab, während Handlungsetappen leider komplett vorhersehbar abgeklappert werden.
Auch in Sachen Exploitation hält sich die Erzählung auffallend zurück: Die Vergewaltigung wird nur kurz angedeutet, es gibt sehr wenig nackte Haut und neben blutigen Einschüssen und einen langen Schnitt im Bauch allenfalls Ansätze graphischer Gewaltdarstellung, da sich einige Szenen im Off abspielen.
Als deutliches Manko kristallisiert sich indes die gebügelte Optik heraus, da die Kulissen austauschbar daherkommen und ihnen kaum etwas Morbides anhaftet. Eine alltägliche Werkstatt, ein durchschnittlicher Club, eine gewöhnliche Bar, stinknormale Wohnungen ohne Wiedererkennungswert und eine nicht schlechte, aber kaum effizient genutzte Kamera schüren nicht gerade eine Atmosphäre zum Mitfiebern. Zudem hält sich der Score eher im Hintergrund, einige Songs sind zwar treffend gewählt, doch auch diesbezüglich hätte man auf emotionaler Ebene ein wenig nachhelfen können.
Dass der Stoff nie wirklich mitreißt, liegt nicht an den beiden Hauptdarstellerinnen. LaLiberte ist mit ihren roten Haaren und dem teils irren Blick trotz leichtem Overacting durchaus überzeugend und auch Panabaker spielt besonders in den ruhigen Momenten stark und mit den Nuancen, die ihre schwache Figurenzeichnung eben noch hergibt.
Bei den Herren vermag demgegenüber nur Howard zu überzeugen, - allen anderen ist die Opferrolle zu deutlich anzumerken.
Und darin liegt auch das Hauptproblem des Streifens, da er bereits zur Halbzeit der 93 Minuten sein Pülverchen verschossen hat, viele Klischees und nur wenige spannende Momente hervorbringt und bei alledem kaum provoziert und eher kalt lässt. Es müssen nicht immer drastische Gewaltdarstellungen sein, aber dann sollte es zumindest auf emotionaler Ebene deftig zugehen, wogegen sich hier unglaubwürdige Vorgänge häufen.
Nicht gänzlich langweilig, doch der Stoff geht zu keiner Zeit über unauffälliges Mittelmaß hinaus.
4,5 von 10