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Kaum begeben sich die Leutchen von SyFy auf eher untypisches Terrain in Sachen High School Grusel, schon wirkt ein moderner Film so angestaubt wie aus den Achtzigern stammend, denn von der technischen Umsetzung her könnte es sich auch um einen Teil der Reihe „Night of the Demons“ handeln.

Quentin und einige andere Schüler und Lehrkörper bereiten sich auf verschiedenen Gebieten auf den Abschlussball vor, als ein versehentlich ausgelöstes Ritual den dämonischen Geist eines Serienkillers und Gründungsmitgliedes der Schule heraufbeschwört. Und der macht mit allen Anwesenden kurzen Prozess…

Wenn auch die Tricks und Effekte nach Achtziger aussehen, - manchmal wünscht man sich die Synchro aus jener Zeit zurück, als es noch markante Stimmen gab, die ihre Figuren mit Leben füllten. Heutzutage scheint jeder talentfreie Depp so einen Job machen zu dürfen und entsprechend mies ist mal wieder die deutsche Vertonung ausgefallen, welche sich allerdings dem Niveau der miserabel gezeichneten Figuren angleicht.

Es gibt so etwas wie ein Heldenpärchen, ein, zwei Rüpel, einen überaus korpulenten Computernerd mit Fachwissen im paranormalen Bereich und ein paar Randfiguren, die als Kanonenfutter durchgehen. Immerhin wirken zwei halbwegs bekannte Gesichter mit: Charisma Carpenter absolviert einen Kurzauftritt als heiße Bibliothekarin und Danny Trejo erhält etwas mehr Screentime als Hausmeister, der es ebenfalls mit Ritualen versucht, um Kontakt zu seiner verstorbenen Schwester aufzunehmen.

Die Story ist ohnehin völlig Banane, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt hetzen die wenigen Anwesenden quer durchs Schulgebäude, stets auf der Flucht vor dem ehemaligen Direktor und seiner dämonischen Gespielin.
Die Effekte reichen von einer glühenden Münze über Frösche bis hin zu sprechenden Gemälden, wobei nicht alle FX schlecht aussehen, zumal die Maske einigermaßen passable Arbeit leistet und zumindest die Dämonen tauglich erscheinen lässt.

Komplett verzichten müssen Splatterfreunde hingegen auf blutige Ableben, - da ist die FSK18 mal wieder ein Hohn. Nicht ein Dahinsiechen ist zu sehen, es fließt nicht ein Tropfen Blut und bei einigen potentiellen Opfern kann man den Verbleib noch nicht einmal nachvollziehen.
Danke an die FSK, in der scheinbar ebenfalls talentfreie Deppen ohne Gespür sitzen.

So bleibt es beim recht humorlosen Geisterbahntreiben in der Schule, es fliegen ein paar Dämonen durch die Korridore, eine Posaune wird als Mordwerkzeug umfunktioniert, ein gespaltener Kopf ist immerhin noch als Schatten zu sehen, man versucht im Chemieraum eine Lösung (im doppelten Sinne) zu erstellen und am Ende sucht sich der Bösewicht einen neuen Körper, um den letzten Verbliebenen nach dem Leben zu trachten.

Atmosphärisch gerät die Chose nur selten, spannende Momente lassen sich an einer Hand abzählen, nur der Score liefert einen gut arrangierten Beitrag mit voluminöser, teilweise orchestraler Ausstattung. Darstellerisch finden sich bis auf Trejo keine Highlights und am Ende verpuffen sogar die zynisch gemeinten Kommentare des zumindest ordentlich besetzten Dämons.
Eine in allen Belangen arg angestaubte Geistergeschichte mit eher unterdurchschnittlichen Effekten in einem im Gesamtbild recht unkreativen und überraschungsfreien Streifen, den man beileibe nicht gesehen haben muss.
3,5 von 10

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