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Lee McConnell ist von Hause aus eigentlich Koordinator von Special Effekts und hat auch schon bei größeren Produktionen wie „Jarhead“ ein begabtes Händchen bewiesen.
Zwischendurch versuchte er sich ein, bis dato einziges, Mal als Regisseur und kreierte einen richtig doofen Tierhorrorstreifen über eine Riesenschlange.

Die Python ist 26 Meter lang und soll 12 Tonnen wiegen, soeben wurde sie im Uralgebirge betäubt und soll nun in die Staaten überführt werden.
Die Zwischenlagerung in einer russischen Militärbasis gerät jedoch für alle Anwesenden zur Katastrophe, weil das Vieh ausbüchst.
CIA-Typ Larson nebst Crew und Kurierfahrer Dwight mit Freundin Nadia betreten alsbald das scheinbar verlassene Gelände…

Die Story bietet so richtig hanebüchenes Zeug für einen typischen B-Film dieses Genres, nur leider ist eine ordentliche Dramaturgie nicht so wirklich vorhanden.
Zwar hält man sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, die Geschichte wird straight erzählt, doch sie enthält einige klaffende Mängel im logischen Zusammenhang, Klischees natürlich auch.

Die Amis können, mal wieder ohne vorher zu fragen, mit Kampfjets in Russland einfliegen plötzlich taucht eine zweite Riesenschlange auf, von der zuvor nie die Rede war und ein Kurierfahrer glaubt, er könne „die Fracht“ ohne Probleme mit seinem LKW von Russland über München in die Staaten schleusen.
Ach ja, Kurierfahrer Dwight plagt ein Trauma, weil er als ehemaliger Baseballstar einen Gegenspieler mit einem Ball verletzt hat – für den Showdown kann diese Eigenschaft des starken Wurfes jedoch von Nutzen sein…

Leider sieht man der Produktion recht früh das niedrige Budget an, die Schlange wurde richtig lieblos und mies animiert, man erkennt kaum Details und bedenklicherweise wirft das Tier noch nicht einmal Schatten.
Es wird zwar einige Male zugeschnappt, doch dabei sind die Fressszenen weder explizit, noch fließt ein Tropen Blut.
Um das schwache Erscheinungsbild der Python zu umgehen, wurde aus ihrer subjektiven Sicht gefilmt und die schnellen Kamerafahrten sind noch nicht einmal schlecht ausgefallen.
Insgesamt sind die Effekte jedoch unter aller Kanone, vor allem der Abschuss eines Flugzeugs und die Jets der Amis.
Etwas besser sind ein paar Explosionen gegen Ende

Ein besonderes Augenmerk liegt dann noch bei den Darstellern, nicht etwa, weil die so dolle performen, sondern weil fast vergessene Namen wieder auftauchen.
Da wäre einmal Dana Ashbrook, der mir aus „Twin Peaks“ und kleinen Horror-Perlen der 80er in Erinnerung geblieben ist. Er spielt okay.
Dann William Zabka, den ich nur als fiesen Endgegner aus „Karate Kid“ kenne und das war 1984, - ich hätte ihn so nicht wieder erkannt. Er agiert aber recht solide und für einen Streifen dieser Art sogar brauchbar.
Und dann musste ich kurz nachdenken: Alex Jolig.
Ach richtig, das ist der Typ aus der ersten Staffel „Big Brother“, der danach ein Album (in Richtung „Rammstein“) aufgenommen hat und immer mal wieder in peinlichen TV-Shows zu finden ist.
Seine Originalstimme durfte er behalten und so klingt aus jedem seiner Sätze eine fehlende oder falsche Betonung heraus. Mit der Mimik geht es so einigermaßen, aber als Schauspieler war er in oben genannter TV-Show besser.

Wie Lee McConnell zu dem gekommen ist, wird wohl ein Rätsel bleiben, genauso die Frage, ob diese Fortsetzung des ohnehin schon schwachen ersten Teils nötig war.
Denn richtig Spaß ergibt „Pythons 2“ nicht, es fehlt an (unfreiwilligem) Humor, ordentlichen Attacken und sympathischen Figuren zum Mitfiebern.
Tierhorror der billigen, aber nicht unterhaltsamen Art,
3 von 10 Punkten

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