kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 15.09.2013*
Nihilistischer Copthriller, der seinen Nihilismus aber auch daraus bezieht, dass er entgegen des Eröffnungsmonologs aus dem Off am Ende keine moralische Erkenntnis verbreiten kann oder will. „End Of Watch“ ist - soweit inzwischen ein typisches Charakteristikum für den Polizeifilm - aus Authentizitätsgründen fast vollständig in Handkamera oder anhand von installierten Kameras (etwa im Polizeiwagen oder über Überwachungsvideos) gefilmt, wobei neben belanglosem Small Talk auch wichtige bis existenzielle Fragen zwischen den beiden Freunden ausgetauscht werden, die als Hauptcharaktere fungieren. Dramaturgische Kniffe bleiben selbst in bedeutungsvollen Szenen komplett außen vor, die Ereignisse reihen sich gleichberechtigt nebeneinander und dem Zuschauer wird die Aufgabe zuteil, die Bedeutung der Szenen selbstständig zu gewichten. Am Ende kann man aber gerade angesichts privater Szenen wie den Aufnahmen von der Hochzeit nur mit negativen Gedanken in den Abspann gehen, weil das Übel auf den Straßen scheinbar durch kein Ereignis eine Wendung nehmen kann. „End Of Watch“ lässt sich schwer verarbeiten, und es mag Monate brauchen, bis sich seine Qualitäten endlich entfalten.
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