CELL COUNT ist ein der wirklich fiesen Flix, weniger aufgrund seiner filmischen Wirkung, sondern eher aufgrund seines recht ungewöhnlichen Missverhältnisses von Aufmachung, Werbung, Trailer, Teaser und dem tatsächlichen Unterhaltungswert und seinem Mehrwert für das Genre an sich. Ist man anfangs aufgrund dieser hohen Erwartungen und des optisch ansprechenden setups und einer starken Anfangssequenz noch guter Dinge, sinkt doch stetig im Verlauf der Story die Qualität und Konsistenz.
Der größte Nachteil ist das verschenkte Potential, denn die Schauspieler agieren auf sehbarem Niveau und sind dort wo nötig schön schräg dargestellt, und auch die Effekte zum Ende hin erfüllen auf B-Niveau Ihren Zweck. Dabei sollte man die Cronenberg’schen Referenzen im Sinne von Bodyhorror und ähnlichem gleich wieder wegstecken. Dafür ist das Drehbuch viel zu schwach und auch die psychologischen Tiefen werden nicht im Geringsten wie beim unserem Großmeister ausgelotet.
Wie so oft geht es um das berühmt-berüchtigte Thema der außer Kontrolle geratenen wissenschaftlichen Experimente. Die handvoll Menschen mit einer nicht weiter erklärten Krankheit werden von einem zweifelhaften behandelt und natürlich wird es nur noch schlimmer – um es mal harmlos zu formulieren. Banal wirken die ewig gleichen Kameraeinstellungen und die Ausstattung. Zum Ende hin wird man das Gefühl nicht los, das ganz wichtige Bestandteile der Story einfach noch unreif ausgeführt wurden oder sogar fehlen.
Dabei nimmt sich der Independent-Film auch noch ganz schön ernst, den auflockernde Elemente sind nicht zu finden. Immer gleich eingesetzte slow-motion und eine recht schleppende Erzählweise geben einem dann doch den rest. Dabei gibt es gegen Ende hin wirklich charmante, wenn auch nicht konsistente FX und eine kleine Überraschung, aber nichts was CELL COUNT auch nur annährend über die Mittelmäßigkeitsgrenze bringen wird. Somit kann der Film nur funktionieren wenn man mit sehr niedrigen Erwartungen an ihn rangeht.
3/10 Bugs....äh,....Punkten