Killerclown from out of Grace
Durch ein paar internationale und kuriosere Wiederveröffentlichungen (Videospiel "High on Life"; Mitternachts-TV-Watchalongs a la "SchleFaZ"; klasse Blu-Ray von Vinegar Syndrome; in's Auge stechendes Poster auf Letterboxd) hat "Blood Harvest" in den letzten Jahren etwas Aufwind und Beliebtheit gewonnen. Wahrscheinlich aber eher über dem was ihm eigentlich zusteht. Denn im Grunde versteckt sich hinter Tiny Tims toller Fassade nur ein recht beliebiger und solider, jedoch nie allzu guter oder besonderer Clownslasher im US-ruralen Gewand, in dem eine junge Frau in ihr verlassenes Elternhaus zurückkehrt und von einem Fremden drangsaliert wird...
"Blood Harvest" profitiert von einem teils echt bizarren Clown und einer famosen, attraktiven, taffen und frechen "Scream Queen", die man sonst nirgendwo (!) mehr sonst gesehen hat. Sowohl Tiny Tim als Clown "Mervo" als auch Hauptdarstellerin Itonia Salchek retten ein ansonsten ziemlich schnarchiges Slasherfest. Nicht komplett. Das Ding bleibt ein Teil rein für Fans des Subgenres, die nun auch in die dritte oder vierte Liga vorgestoßen sind. Aber es ist sicher kein guter Film. Die Kills machen sich rar und sind zwar sleazy, realistisch trocken und teils menschen-/frauenverachtend, aber sehr gleichförmig. Es wird viel um den heißen Slasherbrei herumgeschlichen, viele verlassene Farmen, Felder, fahle Finten. Und wirkliche audiovisuelle Highlights sucht man auch vergebens. Als Slasherhead kann man das nett nebenbei weggucken. Aber selbst mit einem zugedrückten Auge bleibt halt nicht viel zurück. Eben nur Tiny Tim und Frau Salchek, bei der es wirklich eine Ernüchterung und Schande ist, dass sie sich danach scheinbar aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat...
Fazit: trotz ein paar Vorzügen (Tiny Tim + Itonia Salchek vor allem) dann doch recht fußlahmer, nur sporadisch trashiger oder creepiger Clownschlitzer... Ganz klar nur für Slasherkomplettisten!