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True Crime-Autor Ellison Oswalt, der seit einem Jahrzehnt seinem einstigen Erfolg am Buchmarkt hinterherläuft, mietet sich samt Familie in einem billig zu habenden Haus in einer kleinen, beschaulichen Gemeinde ein. Der Grund dafür ist ein Geheimnis, welches er vorsorglich nicht mit seiner Frau und den Kindern teilt: Die vorherigen Eigentümer wurden grausam getötet, deren Tochter wird noch immer vermisst. Am Dachboden des Hauses findet Ellison einen Karton voller Super-8-Filme, deren harmlose Titel ("Poolparty", "Barbecue") darüber hinwegtäuschen, daß es sich dabei Beweise zu mehreren Morden handelt.

Mit Sinister liefert Regisseur Scott Derrickson mal wieder einen brauchbaren Beitrag im gut besuchten Bereich Horrorthriller ab. Im Zentrum stehen dabei ein Spürnasen-Autor, der sich durch seine eigenen Ermittlungen nicht gerade zum Freund der Polizei machte, und seine Familie. Diese sind frisch in einen kleinen Ort gezogen, in ein Haus dem die letzte Familie einer langen Mordreihe durch verstärkte Schwerkraft aufgrund Strangulation ihr Leben lassen mußte (es macht Elliott allerdings nicht gerade sympathischer, das er diesen nicht unwesentlichen Fakt seiner eigenen Familie vorenthält).
Mehr noch, auf dem Speicher entdeckt er eine gut sortierte Sammlung an Super 8 Snuff Videos, deren Inhalt nicht gerade verdauliche Kost enthält, denn sie zeigen mehrere Familien, die seit 1969 auf ziemlich bittere Weise gemeuchelt wurden. Besonders perfide das "Pool Party" Video, das zeigt das die Kombination von Liegestühlen, Gewichten und einem gefülltem Pool sehr unschön sein kann. Der Täter hinterläßt dabei bewußt Spuren seiner Maske, Botschaften und okkulte Zeichen, die sogar zu einer altbabylonischen Gottheit führen.
Sinister gelingt es daei recht gut den Spannungsbogen aufzubauen, auch wenn, bis auf die Videos, im Grunde nicht allzu viel passiert. Das Paar streitet bis dahin ein wenig, der Sohn (so wird er zumindest genannt, sieht eher wie ein Mädchen aus) bekommt nächtliche Anfälle und auch die düsteren Zeichnungen der Tochter sind ein klarer Fall für den Psychiater. Handwerklich und atmosphärisch ist alles solide gemacht und für die FSK 16 Freigabe gibts neben dem Snuff Zeug auch noch einige andere ziemlich fiese Szenen.
Das Ende soll dann auch ziemlich bitterböse ausgefallen sein, was ich mir leider erzählen lassen mußte, da mein Player eine Viertelstunde vor Schluß weiteres Abspielen konsequent verweigerte, aber da kann der Film ja nichts für. Sinister ist es aber auf alle Fälle wert, trotz der etwas langen Laufzeit, angeschaut zu werden. Die Story bietet zwar nicht wahnsinnig viel neues, das übliche Mystery Serienkiller Zeug eben, ist aber sehr unterhaltsam gemacht. Für Freunde des Genres sicher einen Blick wert.
7/10

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