In Sinister zieht der True-Crime-Autor Ellison Oswalt (gespielt von Ethan Hawke) mit seiner Familie in ein neues Haus, um an seinem nächsten Buch zu arbeiten. Was seine Frau und Kinder nicht wissen: Das Haus war Schauplatz eines ungeklärten Mordfalls, bei dem eine Familie auf rätselhafte Weise ums Leben kam. Ellison hofft, mit der Aufarbeitung des Falls wieder an alte Bucherfolge anknüpfen zu können. Doch dann entdeckt er auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Super-8-Filmen – und was er darauf sieht, lässt ihn zunehmend an seiner Realität und seiner Sicherheit zweifeln.
Was zunächst wie ein klassisches Haunted-House-Szenario beginnt, entwickelt sich recht bald zu einer übernatürlichen und düster eskalierenden Geschichte um einen Dämon namens Bughuul. Dieser scheint über die gefundenen Filmrollen mit der Welt in Verbindung zu treten – und seine Macht auf die neue Familie auszuweiten. Der Film entfaltet seine Spannung dabei sehr behutsam, aber effektiv. Anstatt sofort auf laute Schocks zu setzen, baut er kontinuierlich eine bedrückende Atmosphäre auf, die über die Laufzeit hinweg immer dichter wird. Vor allem die Art, wie der Film mit den gefundenen „Homevideos“ arbeitet, sorgt für durchdringenden Grusel – die Inszenierung dieser Szenen ist kompromisslos und unheimlich effektiv.
Ethan Hawke trägt den Film fast allein und spielt seine Rolle gewohnt souverän. Man nimmt ihm den erfolgsgeplagten Autor mit zweifelhaften Entscheidungen jederzeit ab – ein Charakter, der glaubwürdig zwischen Ehrgeiz, Angst und familiärer Verantwortung schwankt. Auch die Kinderdarsteller agieren erstaunlich überzeugend, was für das emotionale Gewicht und die Wirkung der Geschichte essenziell ist. Die Beziehung innerhalb der Familie bleibt dabei stets greifbar und verleiht dem Ganzen ein tragisches Fundament.
Optisch überzeugt Sinister mit einer stimmigen Bildsprache: kalte Farben, düstere Lichtsetzungen und ein minimalistischer, aber wirkungsvoller Score unterstreichen die beklemmende Stimmung. Nur einzelne CGI-Momente wirken ein wenig aus dem Rahmen – das fällt aber nicht sonderlich ins Gewicht und ist letztlich nur ein kleiner Makel.
Das Worldbuilding rund um Bughuul, seine Mythologie und sein Einfluss auf die Kinder, ist spannend und hat Potenzial. Es wird nicht übererklärt, sondern nur so weit angedeutet, dass man selbst mitdenken kann. Diese Mischung aus subtiler Andeutung und plötzlicher Eskalation macht Sinister zu einem der besseren Vertreter des modernen Gruselfilms. Zwar ist das Grundkonzept nicht neu, aber die Umsetzung punktet durch starke Atmosphäre, ein paar wirklich unangenehme Momente und eine durchgehend dichte Inszenierung.
Fazit
Sinister ist ein sehr solide gemachter Horrorfilm mit einem überzeugenden Ethan Hawke, einer düsteren Atmosphäre und einem gelungenen Spannungsaufbau. Er macht keine riesigen Sprünge in Sachen Innovation, bleibt aber konstant spannend und effektiv gruselig. Wer auf übernatürlichen Horror mit investigativem Einschlag steht, wird hier definitiv fündig.