Schauspielerin Mary Baring wird bewusstlos neben der Leiche einer Kollegin gefunden, die Tatwaffe neben ihr, sie selbst ohne Erinnerung. Sie wird zum Tode verurteilt, doch dem Geschworenen Sir John Menier kommen im Nachhinein Zweifel und so beginnt er selbst zu ermitteln.
Die Inhaltsangabe ist identisch zu Hitchcocks anderem Film Mord - Sir John greift ein, weil die beiden quasi gleichzeitig gedreht wurden. Hier handelt es sich aber um die deutsche Sprachversion mit anderen Darstellenden und geringfügigen Änderungen in der Handlung. Ansonsten wurden die meisten Szenen eins zu eins nachgedreht.
So wurde für die deutsche Fassung spannenderweise das Mordmotiv des Mischlingsblutes geändert und durch ein anderes ersetzt. Vielleicht bin ich da auf dem Holzweg, aber eigentlich hätte ich das andersherum erwartet. Zudem wurde der Film deutlich gestrafft und um viele unnötige Szenen bereinigt, sodass diese Version ein besseres Tempo, nicht so viel Leerlauf und Längen aufzuweisen hat und rund 20 Minuten kürzer läuft. Vor allem die Lücken, die das unfertige Drehbuch der britischen Version verursachte, fallen hier nicht weiter ins Gewicht.
Miles Mander ist einer von nur zwei Darstellern, die in beiden Versionen mitgespielt haben und zwar jeweils in derselben Rolle. Mander hatte jeweils zwei kurze Auftritte als Gatte der Ermordeten.
Allerdings legt Hitchcock hier gefühlt erheblich weniger Augenmerk auf einen ordentlichen Schnitt und Schauspielführung war ihm wohl auch nicht ganz so wichtig, die Leistungen der Darstellenden sind hier in einigen Fällen noch wie in Stummfilmen arg überzogen. Das mag aber auch an der Sprachbarriere gelegen haben, denn Hitch sprach wohl nicht so gut deutsch.
Erheblich kürzere deutsche Sprachversion, die aber nicht die dichte Atmosphäre der britischen Fassung erreicht, dafür aber auch keine Längen aufweist. Da aber die meisten Einstellungen identisch sind, ist mindestens eine Version redundant. Aufgrund der Qualität eher diese. Aufgrund der Entstehung aber eine kleine filmhistorische Besonderheit.