Das man(n) manchmal zu bestimmen Filmen gezwungen wird ist keine Ausrede. Es ist eine verdammte Tatsache! Doch geben wir der Komödie mit dem sympathischen Titel BABYMAKERS doch eine Chance. Die Geschichte ist in einem Satz erzählt: Tommy (Paul Schneider) und Audrey (Olivia Munn) wollen unbedingt ein Baby bekommen. Dafür tun sie alles – und wenn es der Überall einer Samenbank ist bei der er gespendet hat. Und tatsächlich beginnt es mit guten Szenen des attraktiven Paares bei "der Arbeit" und guten one-linern und eine ganzen Reihe von Witzen über Sperma.
Gesellschaftliche Themen rund um den Leistungsdruck in Bezug auf Männer und dem Spiel mit dem Männlichkeitswahn und Fruchtbarkeitsmythos werden am Rande angesprochen. Eine anfängliche Szene in einer Samenbank in der der gute Tommy Tierfilme vorgeführt bekommt und bei seiner Samenspende unterbrochen wird und wie er dann im späteren Verlauf sogar von "höchster Stelle" dabei gehindert wird, sind schon gelungene Schenkelklopfer genau so wie seine diversen Tagträume rund um das Thema Nr. 1. Auch sein Besuch bei einem Arzt der ihn über seine Spermaqualität aufklärt könnte zu erfreuten Kieksern in deutschen Wohnzimmern führen.
Dazu gibt es einen pop-rockigen Soundtrack und recht schräge Figuren und dann auch noch ein schwules Pärchen und einen indischen Einbrecherkönig der ihm bei seinem verrückten Vorhaben unterstützen soll. An guten Einfällen fehlt es in BABYMAKERS wirklich nicht. Auch schauspielerisch harmoniert das Darstellerteam für die bescheuerte Story ganz gut und auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Leider ist irgendwann im wahrsten Sinne ab circa Mitte des Films etwas die Luft raus und das Tempo und die Gagdichte lassen etwas nach. Dafür gibt es mehr und mehr Actionanteile.
Und so will man trotzdem wissen wie die Reise ausgeht und in der Summe hat mich BABYMAKERS deutlich besser unterhalten als erwartet. Ich würde den Film nicht zu sehr abwerten und für Freunde schlüpfriger Komödien mit einer Vorliebe von Witzen unter der Gürtellinie und jeder Menge Klamauk sind es garantiert kurzweilige rund 90 Minuten. Regisseur Jay Chandrasekhar ist eher von TV-Serien bekannt und hat sich mit BABYMAKERS nicht gerade in den Regie Olymp katapultiert, aber sorgt für eine recht entspannende Unterhaltung
4,5/10 Reagenzgläsern....äh,....Punkten