Review

Lief ein Männlein durch's Wäldle

Wie schreibt man ein spoilerfreies Review über einen Film, bei dem einem fast nur das auf Überraschung und Schock getrimmte Ende richtig gut gefallen hat? Gar nicht einfach... Fangen wir bei groben Umrissen der Geschichte an: ein Mann ohne Erinnerungen läuft durch den Wald und kommt angsterfüllt zu einer Hütte, in der sich scheinbar ein Blutbad ereignet hat. Wird der anfangs lebendig begrabene Mann verrückt? Was ist hier geschehen? Wer verfolgt ihn? Und warum kann er sich an nichts mehr erinnern? Fragen über Fragen. Und am Ende wird auch fast alles mit einem Knall beantwortet. Doch bis dahin muss man sich im Wald wohl fühlen und gerne abgehetzten Asiaten bei sich wiederholenden Katz- und-Maus-Spielchen zusehen. 

"Modus Anomali" ist ein indonesischer Terrorbrocken, der leider nur halb so clever und ein Viertel so fesselnd ist, wie er gerne wäre. Im Gegensatz zum Großteil des sonstigen filmischen Output des Landes, ist die Hatz im Grünen gelungen. Die Darsteller sind engagiert, die Effekte sind gut, die Brutalität hat ein paar fiese Spitzen und die Auflösung ist durchaus kreativ, rund und so noch nicht gesehen. Im internationalen Vergleich bleibt der Thriller der härteren Gangart allerdings maximal Durchschnitt. Spannung kommt nur gemäßigt auf, da man über unseren Flüchtigen kaum etwas weiß. Aufmerksame Gucker merken schnell, in welche Richtung es gehen könnte. Und es wird viel zu oft durch den Wald gerannt, sich aufgeregt und geschrien. Immer und immer wieder. Würde man all diese ähnlichen Szenen anständig kürzen, dann könnte der Film sicher fast als Kurzfilm durchgehen. Immerhin lohnt sich das Warten durch das konsequente Ende ohne Reue oder Erbarmen.

Fazit: mal wirklich beinhart, dann wieder zäh und repetitiv. "Modus Anomali" ist ein Wald-und-Wiesen-Terror-Teppich, der trotz seiner Löcher, Flicken und immergleichen Muster insgesamt dekorativ und blutig den Genreraum verschönert. Auf seine kranke Art. 

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