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In den vergangenen Jahrzehnten gab eine Handvoll goldiger Geschichten über junge Mädchen, die über Umwege im wilden Dschungel landeten und hier ihre eigentlichen Wurzeln entdeckten, wie Jane, Liane und wie sie nicht alle hießen.
Regisseur und Autor Patrick Desmarattes offenbart mit seinem Debüt über Inara jedoch unüberwindbare Defizite, welche selbst eingefleischten Trashfans kaum entgegenkommen.

Um etwas über den Tod ihres Vaters herauszufinden, schließt sich Inara der Gruppe einiger Söldner an, welche den beschwerlichen Weg in den Dschungel antritt. Nach einer Bruchlandung wird sie von einer Gruppe Amazonen gefangen genommen, doch kurz darauf entwickelt sich ein vertrautes Verhältnis unter den Frauen. Erst jetzt begreift Inara, wer die wirklichen Feinde sind...

Bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass mit so einer Aufmachung kein Blumentopf zu gewinnen ist, denn die Vorstellung der Hauptfigur erfolgt über minutenlange Songs ohne Dialoge, was kaum belangloser ausfallen könnte. Inara besucht ihre Cousine mit junger Tochter, was in einer improvisiert wirkenden Szene beim Pizzaessen mündet, derweil der Dschungel auf sich warten lässt.

Dort endlich angekommen (oder vielmehr im Wald um die Ecke), verbessert sich der Unterhaltungswert jedoch kein Stück. Denn die Amazonen sehen nach Plastikmodels mit viel Make-up aus, die paradoxerweise ihre eigene Stammessprache herausbrüllen, um sich kurz darauf ohne Probleme mit Inara zu verständigen. Damen in Bikini oder kurzer Schürze reichen da als Schauwert beileibe nicht aus, zumal sämtliche Waffen wie Schwert und Wappen überdeutlich nach Plastik aussehen.

Ein Spannungsbogen ist ohnedies nicht erkennbar, denn am Ende geht es um den simplen Geschlechterkampf, der in Sachen Choreo völlig stümperhaft anmutet, einschließlich irrationaler Angriffsweisen und teils komplett ausbleibender Gegenwehr, da Opfer auch gerne mal eine Sekunde starr stehen, um schließlich wie getroffen zu taumeln.
Bei alledem fließt nicht ein Tropfen Blut, selbst die Klinge ist nach einem tiefen Stich in den Unterleib kein Stück blutbefleckt.

Es ist naiv, planlos und pure Belanglosigkeit, was uns Desmarattes hier mit seinem Debüt vorsetzt. Auffallend schwache Mimen und die dazugehörige Blöd-Synchro bilden neben einer lieblosen Ausstattung nur einen Bruchteil des kompletten Unvermögens. Ein exotisches Feeling kommt genauso wenig auf wie Abenteueratmosphäre und nicht selten wird es gar peinlich ohne dabei zu erheitern.
2 von 10

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