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Shatner hatte mit Star Trek 5 seine Chance und hatte sie vergeben, daher durften für den sechsten Film 1991 wieder altgediente Kräfte ran: Leonard Nimoy und Nicholas Meyer besorgten das Drehbuch, letzterer übernahm auch die Regie.

Die Handlung von Star Trek 6 – Das unbekannte Land:
Nachdem ein Mond explodiert, der für die Energieversorgung der Klingonen von zentraler Bedeutung war, sind die Erzfeinde der Föderation plötzlich zu Friedensverhandlungen bereit. Doch auf beiden Seiten gibt es Kräfte, die lieber den status quo erhalten sehen wollen. Ein gefährliches Klima also für Kirk, der den klingonischen Kanzler auf der Enterprise empfangen soll. Ein Mord geschieht, auf der Enterprise gibt es Verräter und Kirk landet mit McCoy als Bauernopfer vor einem klingonischen Gericht...

Eine wahrlich hochbrisante Handlung, die Nimoy und Meyer da entworfen hatten, mit offenkundigem Bezug auf die Sowjetunion in der damaligen Zeit des Umbruchs. Dieser als letzte Reise der alten Crew angekündigte Film zieht noch mal alle Register und sorgt für einen erstklassigen Abgang der Helden. Denn die hätten nicht gedacht, kurz vor der Pensionierung noch auf eine solche Mission gehen zu müssen. Gerade von Kirk wird viel verlangt, wenn er mit den Klingonen klarkommen soll, haben diese doch damals seinen Sohn ermordet (Star Trek 3). Und so ist die Stimmung beim „Staatsbankett“ ausgesprochen eisig. Eine großartige Szene, noch früh im Film, in der man die Spannung regelrecht greifen kann. Allen ist anzumerken, dass es unter der freundlichen Oberfläche brodelt. Und als es zum Mord am Kanzler kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Von da an verzweigt sich der Film auf zwei Ebenen: Auf der einen Seite Kirk und McCoy in Gefangenschaft der Klingonen, auf der anderen die verbliebene Crew auf der Suche nach dem wahren Mörder. Die spannende Handlung in der klingonischen Strafkolonie, verbunden mit der Mörderjagd ist sehr packend und rasant, so etwas hätte man sich schon für so manch andere Filme der Reihe gewünscht. Der finale Countdown, die Friedenskonferenz rechtzeitig zu erreichen, tut sein übriges. Besonders die prägnante Figur des General Chang als Gegenspieler überzeugt, eindeutig von den fortgeschrittenen Klingonen aus TNG geprägt, stellt er den interessantesten Schurken seit Khan dar. Und da es selbst in dieser atemlosen Handlung noch der eine oder andere Lacher in den Film geschafft hat, gibt es so gut wie nichts zu kritisieren. Allenfalls die Tatsache, dass unter Nicholas Meyer Klingonen plötzlich rosa Blut haben (im Widerspruch zu TNG, wohl in erster Linie wegen der Altersfreigabe so gelöst), oder dass aufgrund von Budgetbeschränkungen Kulissen aus TNG (Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert) verwendet wurden (wie der Transporterraum), könnte man bekritteln, muss man aber nicht wirklich.

Die Spezialeffekte sind ein wahrer Quantensprung gegenüber dem Vorgänger. Von den erstklassigen Raumschlachten über die Ermordung in Schwerelosigkeit bis zu den Morphing-Szenen des Formwandlers: Man war sich des Reinfalls von Star Trek 5 offensichtlich bewusst und sparte hier glücklicherweise nicht.
Der bittersüße Abschied am Filmende wirkt nach diesem großartigen Film doppelt schmerzhaft. Mit einer wunderschönen Szene verabschieden sich die Helden und wir sehen noch mal ihre Unterschriften (bei SAT1 natürlich nicht).

Fazit:
Ein mehr als würdiger Ausklang der alten Crew. Ein packender Politthriller in der Zukunft, bei dem wirklich alles passt. Volle 10 Punkte!

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