Eigentlich sollte einer wie Tim T. Cunningham wissen, wie Filme gemacht werden, da er als Koordinator für visuelle Effekte immerhin an Streifen wie „X-Men“ oder „Chroniken von Narnia“ beteiligt war. Doch in der eigenen Praxis gestaltet sich das augenscheinlich nicht so simpel, denn sein „Sick Boy“ ist bis auf die letzte Viertelstunde ein Schnarcher erster Kajüte.
Lucy hat für ihre Freundin einen Job als Babysitterin angenommen. Helen Gordan instruiert sie eindringlich, nicht die Etage zu verlassen, sondern sie anzurufen, wenn aus dem Zimmer ihres kranken Sohnes Jeremy Geräusche dringen. Doch Lucy ist alles andere als intelligent…
…was gleichermaßen auf die elendig lang erscheinende Exposition zutrifft. Lucy und ihr Verlobter in ständigen Streitgesprächen wegen ihrer vielen gekündigten Jobs, dazu eine absolut grottige Synchro und zwei Darsteller, die übler performen als die dicke Metzgerin von Nebenan. Kurzum: Beide unsympathisch, späteres Mitfiebern fällt schwer.
Nun könnte man im Haus der Gordans ein wenig Suspense schüren, doch anstatt böse Vorzeichen zu setzen, sehen wir, wie Lucy sich über einen langen Zeitraum langweilt, was zwangsläufig auf den Zuschauer transportiert wird. Erst als aus dem Babyphon zischende Geräusche erklingen, nimmt die Geschichte minimal an Fahrt auf.
In der dritten finalen Nacht, als Lucy nicht allein zum Haus der Gordans fährt und eine Leiche entdeckt wird, kommt endlich Tempo ins Spiel, es fließt ein wenig Blut und das Geheimnis der mysteriösen Krankheit wird gelüftet, obgleich es bereits weit im Vorfeld erahnbar ist.
Etwaige Twists bleiben allerdings aus und aufgrund zahlreicher dämlicher Verhaltensweisen (erst die Cops rufen, anstatt selbst am Tatort zu recherchieren) gesellt sich zudem ein leichter Nervfaktor hinzu. Immerhin vermag der Showdown noch ein wenig zu retten.
Denn ansonsten präsentiert Cunningham mit „Sick Boy“ einen komplett uninspirierten Streifen, der handwerklich genauso unausgegoren daherkommt wie die teilweise naiven Dialoge, die vielen redundanten Szenen und die unsäglich schwachen Mimen.
Lediglich die wenigen Gewaltszenen sehen technisch gut aus, aber das ist beileibe zu wenig, um einem Horrorfreund das Gruseln zu lehren.
3,5 von 10