"Aliens gegen die Menschheit" das ist die gesamte Story von BATTLESHIP. Mehr zu bieten hat der Film nicht, allerdings hat er das auch nie behauptet. Deswegen soll er fairerweise daran gemessen werden, wie er diese Kernkompetenz darbietet und ob er unterhält. Lange habe ich die vermeintlich sinnfreie Action gemieden. Jetzt wollte ich mir doch aus rein masochistischen Gründen selber mal ein Bild machen, ob man noch einen Film mit 200 Mio. Budget machen kann der noch unterhalb von BATTLE L.A. angesiedelt ist. Man kann !!
Und BATTLESHIP ROCKT !!!!! Und erwirbt sich sich mal so nebenbei den Status der teuersten Militarismus-Propaganda-Trash-CGI-Opera aller Zeiten. Wer braucht den noch sinnvolle Dialoge oder komplexe Stories ? Warum kritisiert man bloß immer die zahlreichen Logiklücken die so groß sind wie die Alienschiffe ? Hier zählen die guten alten Werte eines Männerfilms. Die Effekte sind gut und zahlreich, der Sound und der Soundtrack sind auf Referenzniveau und bohren sich in Deinen Gehörgang. Der ein oder andere eingestreute populäre Musiktrack (ich sag' nur "Thunder" von AC/DC !) sorgt für weiteres Wohlfühlen.
Dieser Navy-Werbefilm beginnt also mit einer lächerlichen Jagd auf einen Burito, da unser testosteron-strotzender Held auf eine blonde Intelligenzbestie scharf ist. Ohne viel Zeit mit weiterer tiefgehender Charakterzeichnung zu verlieren stürzt sich BATTLESHIP nach rund 30 Minuten schon netterweise in die patriotismus-geschwängerte Action und läßt uns nun rund 90 Minuten an militaristischer Propaganda teilhaben. Der Film vermeidet den sonst genretypischen Einsatz von Zeitlupenaufnahmen was durchaus positiv zu werten ist.
Dabei rücken die stählernen Fremdlinge erst einmal mit völlig veralteter Technik an. Mit riesigen IBM Kugelkopfschreibmaschinenköpfen versuchen sie unseren Charakterschauspielern Angst einzujagen. Zum Glück besinnen sie sich später auf althergebrachte Alien-Technik und der Fight wird ebenbürtig. Allerdings nur als eine reanimierte Rentnergang auf den Plan tritt und mit einem aufgemotzten Buddelschiff in das Geschehen eingreift. Stargast Liam Neesen versucht - wahrscheinlich aus Geldnot - Seriosität in den Film zu bringen was natürlich aufgrund einer blassen Darstellung misslingt.
Echtes Schauspielertalent tut dem Film auch nicht gut. Leider verhindert die vermarktungsgeprägte FSK 12 (in US PG-13) derbere Gewalt- oder Blutexzesse. Mit einer FSK 16 oder 18, mehr Selbstironie und einem Hauch STARSHIP TROOPERS (erster Teil) Feeling hätte ein Kultfilm aus BATTLESHIP werden können. Das meine ich ausnahmsweise mal ernst. Herausragend ist das innovative Design der Alienschiffe und der Anzüge der Fremdlinge. Da werden unsere Transformers fast schwach bei so viel ausgefeilter Waffentechnik.
Bitte unbedingt den Abspann bis zum Ende abwarten. Ein Teil 2 ist sicher. Am besten einfach eine Trilogie draus machen liebe Macher. BATTLESHIP ist ein FuFi (funktioneller Film) der einfach nur dazu da ist um unsere primitiven Triebe und schwarz-weiß-gut-böse Ansichten zu befriedigen. Und das macht er doch bestens. Also, Hirn ausschalten, viel alkoholische Getränke unter Freunden und die Anlage auf maximale Lautstärke und dann nach einem Zitat aus dem Film: "Laß uns der Welt noch einen Tag schenken...." abfeiern......
5,5/10 Buritos....äh,....Punkten
P.S.
Rihanna als naives Schoko-Froschgesicht spielt auch noch mit, hat das überhaupt jemand bemerkt ?